Die Schweden sind eine der am längsten bekannten nationalen Minderheiten in Estland, die überwiegend die Nord- und Westküste Estlands, kleinere Inseln und die Halbinsel Noarootsi bewohnen. Die meisten emigrierten während der sowjetischen Okkupation und nach dem Zweiten Weltkrieg zurück nach Schweden, aber heutzutage kommen die lokalen Einwohner in den Regionen, wo die schwedische Sprache immer noch gesprochen wird, wieder zusammen und lassen ihre Traditionen wieder aufleben.

Die Schweden begannen sich ungefähr im 13. Jahrhundert hier anzusiedeln, noch bevor Estland infolge der Livländischen Kriege unter die Kontrolle Schwedens geriet.

  • 1583 wurden die nördlichen und westlichen Teile Estlands von Schweden erobert.
  • 1629 geriet Estland unter die Kontrolle Schwedens. Diese Periode wird als die „Goldene schwedische Ära“ in Estland in Erinnerung behalten, weil diese für das Landvolk Estlands einige bemerkenswerte Vorteile und Regeln mit sich brachte. Sie markierte auch den Anfang von Bildungsreformen und den Beginn der Entfaltung der estnischen Sprache als geschriebene Sprache.

In den Städten und Dörfern in Westestland und auf den Küsteninseln, z.B. Vormsi, gibt es viele schwedisch geprägte Namen: Hosby, Einbi, Österby. Diese waren alle Siedlungen der sogenannten Aibolanders („Estnisch-Schweden” oder „Küstenschweden”).

Die bekannteste Figur der schwedischen Periode ist König Gustav II. Adolf – dessen zahlreichen militärischen Siege, die Teilnahme am dreißigjährigen Krieg und die Gründung der Universität Tartu.

In einer neuerlichen Studie wird behauptet, dass Esten das am wenigsten religiöse Volk auf der Welt ist, dessen ungeachtet hat die Kirche hier ihren Einfluss ausgeübt. Da Schweden protestantisch war, war das auch Estland, so dass lutherisch die am meisten verbreitete Religion in Estland geworden ist. Heutzutage sind fast alle Kirchen in Estland lutherisch.

Spüren und sehen Sie die schwedische Geschichte:

Das Gebäude der Universität Tartu befindet sich in der Altstadt Tartu.

Das Gustav-Adolf-Gymnasium, eine der ältesten tätigen Gymnasialschulen Europas in einem alten Klostergebäude in der Altstadt Tallinns – eingezwängt zwischen einer russisch-orthodoxen Kirche und dem mittelalterlichen Rathaus.

Insel Kihnu, auch “Leuchtturm der Gleichberechtigung der Geschlechter” genannt und die Halbinsel Noarootsi, wo die traditionelle schwedische Sprache und Architektur gebräuchlich sind.

Haapsalu, die Stadt in der Region Läänemaa – der am besten erhaltene Ort, um die bis heute verschwundenen Kultur der Aibolanders, der Estnisch-Schweden, zu verfolgen.