Es gibt sehr wenige Dörfer ohne Kirche und die meisten Städte und Gemeinden haben gleich mehrere davon. Die meisten estnischen Kirchen wurden von Deutschen und Balten errichtet, Evangelisch-lutherisch ist die vorherrschende Religion. Heute sind die Kirchen für die wöchentliche Predigt am Sonntag geöffnet und werden oft als Veranstaltungsorte genutzt, sowohl für religiöse wie auch ganz normale Konzerte.

Die Niguliste-Kirche in der Altstadt von Tallinn ist für Besucher von Interesse, die sich für die künstlerischen Aspekte der lutherischen Geschichte begeistern. Die Kirche ist ein Museum und durch das berühmte Gemälde "Totentanz" von Bernt Notke bekannt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gemälde stark beschädigt – mittlerweile sind nur 7,5 Meter des wertvollsten Kunstwerks in Estland vorhanden.

Kleine Holzkirchen im skandinavischen Stil stehen entlang der gesamten Küste und vor allem auf den Inseln. Besuchen Sie die Inseln Saaremaa, Muhu, Kihnu und Ruhnu oder machen Sie eine Tour durch Nord-Estland.

Unter dem Zar bemühte sich Russland früh, die orthodoxe Kirche in Estland zu festigen. Die wunderschöne Newski-Kathedrale in Toompea, der höchste Punkt in der Altstadt von Tallinn, ist das sichtbare Zeichen dieser Anstrengungen. Mittlerweile ist es eine beliebte Touristenattraktion mit seinen goldenen "Zwiebel-Türmchen".

An der russischen Grenze in der Nähe von Narva liegt das Kuremäe-Kloster. Es ist das größte Kloster in Estland und das einzig Russisch-Orthodoxe. Das Kloster ist für Besucher geöffnet: Spazieren Sie in den wunderschönen Blumengärten, bewundern Sie traditionellen Brennholz-Stapel, probieren Sie die das "heilende" Wasser aus dem Kuremäe-Bach und besuchen Sie die Kirche. Kleiner Tipp: Bedecken Sie als Frau Ihre Haare mit einem Hut oder einem Tuch, da offenes Haar als Zeichen von Respektlosigkeit gilt.

Es gibt eine Gemeinde der Altgläubigen, die sich von der "modernen" Russisch-Orthodoxen Kirche im 17. Jahrhundert abgespalten hat und nun neben dem Peipsi-See lebt. Da Strom in dieser streng religiösen Gemeinschaft nicht gestattet ist, wird die Raja-Kirche nur von Kerzen erleuchtet – ein schöner Anblick während der Predigt. Dörfer am Peipsi-See wurden nach der alten russischen Tradition entwickelt, die nur eine Straße zulässt. Und damit ist das Ufer des Lake Peipsi eine lange Straße, die Dorf für Dorf verbindet. Der beste Ort, um das Gefühl für die Traditionen der Altgläubigen einzufangen, ist die umfangreiche Foto-Ausstellung in der alten Apotheke in Kasepää, heute das Kulturzentrum AmbulARTtoorium. Der Eintritt ist kostenlos. Wer die Ausstellung sehen möchte, ruft einfach die Telefonnummer an der Tür an – und schon öffnet ein Nachbar.

Die einzige Synagoge in Estland eröffnete 2007 in Tallinn. Nach dem Krieg wurde sie in den späten 1940er Jahren abgerissen. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es jüdische Gemeinden in Tartu und Valga.

Die muslimische Gemeinde in Estland ist recht klein und es gibt keine Moschee. Allerdings versammeln sich die Muslime in einem Gemeindezentrum in Kadriorg.

  • Heiden und Erd-Gläubigen verfügen über eine starke Gemeinschaft in Estland. Ihre Feste, Camps und Anbetungs-Zeremonien finden in Estland im Sommer statt. Für Touristen ist die Teilnahme an den Ritualen ziemlich schwierig. Einige finden in der Öffentlichkeit in der Region Soomaa statt, wenn traditionelle Einbaum-Boote ausgebaut werden.
  • Einer der traditionellen Götter der estnischen Religion hieß Taara (gekürzte Version des Taarapita oder Tharapita) und als Taara-Glauben am stärksten verbreitet auf den Inseln. Vor allem auf der einst von Wikingern bewohnten Insel Saaremaa, kann es Verbindungen zum skandinavischen Wikinger Gott Thor geben. Es gibt zwar keine Taaran-Kirchen, aber in jedem Bezirk zeugen alte Grabsteine aus der Zeit. In vielen Regionen finden Sie ein Opfer-Baum oder einen Stein, der mystische Kräfte haben soll – früher wurden an diesen Orten Tieropfer und Geschenke für Taara hinterlegt.

Die folgenden religiösen Gruppen haben Websites:

  • Katholische Kirche
  • Estnische Orthodoxe Kirche
  • Jüdische Synagoge
  • Lutherische Kirche
  • Russisch-Orthodoxe Kirche