Wiesen bilden sich infolge traditioneller menschlicher Tätigkeiten wie Weiden und Mähen. Sie bereichern die Landschaft und bewirten eine riesige Artenvielfalt.

Gehölzwiesen sind spärlich bewaldete Naturstandorte mit regelmäßig gemähter Kräuterschicht. Sie stellen einen der einzigartigsten Typen der estnischen Pflanzengesellschaften dar und Sie können hier zahlreiche Arten der seltenen nordischen Orchideen finden. Vor Jahrhunderten gab es Gehölzwiesen in Südfinnland, Schweden und anderswo in Europa. Heutzutage findet man solche Wiesen nur in Estland.

Küstenwiesen genießen Berühmtheit als Lebensräume mehrerer gefährdeter Arten, wie Kreuzkröten, Alpenstrandläufer und Uferschnepfen. Auch für Zugvögel sind sie sehr wichtig.

Auenwiesen bieten gute Nistplätze für Wachtelkönig und Doppelschnepfe.

Die Wiesengesellschaften an den Küstengebieten in West- und Nordestland, wo die Kalksteinaufschlüsse beinahe bis zum Erdboden reichen und die Bodenschicht sehr dünn ist, werden von Botanikern als Alvare bezeichnet. Die Alvare wurden traditionell zum Weiden von Schafen genutzt. Je nach Dicke der Bodenschicht kann man unterschiedliche Alvartypen unterscheiden.