Das Theater der Nationaloper „Estonia“ bringt in diesem Jahr vier neue Inszenierungen auf die Bühne. Mitte September wurde im „Estonia“ die Operette „Silva“ von Imre Kálmán erstmalig aufgeführt, deren Uraufführung am 17. November 1915 im Johann Strauß-Theater in Wien stattfand. Die glanzvolle, leidenschaftliche und sentimentale „Silva“ gilt als Höhepunkt des Schaffens von Kálmán und als eines der wesentlichsten Werke der Operettengeschichte. Der Komponist versuchte dem Sujet der Operette dramatische Tiefe zu verleihen, und somit könnte man „Silva“ für eine Operettenvariante von „La Traviata“ mit glücklichem Ende ansehen. In der Musik des Werkes werden sowohl Walzer-, Csárdás- als auch Foxrhythmen verschmolzen.

Ende Oktober wurde im Theater „Estonia” die Oper La Bohèmevon Giacomo Puccini erstmalig aufgeführt, deren Uraufführung am 1. Februar 1896 in Turin stattfand. Puccini hat für die Personen der „La Bohème“ farbenreiche und fesselnde musikalische Bildnisse geschaffen und ein schönes und romantisches Bild von Paris gemalt, wobei er mutige Klangfarben und eindrucksvolle Melodien verwendete.

Im November wird dem Publikum eine Konzertaufführung der Oper „I Capuleti e i Montecchi“ von Vincenzo Bellini geboten. Die Uraufführung war am 11. März 1830 im Teatro La Fenice in Venedig. Den Opern von Vincenzo Bellini ist höchste Melodiösität, romantisches Pathos, Erhabenheit und Sentimentalität eigen. „I Capuleti e i Montecchi“ ist eine der am häufigsten aufgeführten Opern des Komponisten. Das Libretto der Oper basiert auf mehreren italienischen Literaturwerken, hauptsächlich jedoch auf dem Schauspiel „Giulietta e Romeo“ von Luigi Scevola. In der Hauptrolle der Oper „I Capuleti e i Montecchi“ glänzt eine der berühmtesten Opernsängerinnen Estlands – zugleich Solistin der Volksoper Wien – Annely Peebo.

Die Opern des „Estonia“ werden in der Originalsprache aufgeführt, die Aufführungen sind zumeist mit estnischen und englischen Untertiteln versehen.

Im Dezember gelangt das Ballett „Der Nussknacker“ von Peter Tschaikowski auf die Bühne des „Estonia“, dessen Uraufführung am 18. Dezember 1892 im Mariinski-Theater in Sankt Petersburg stattfand. „Der Nussknacker“ von Tschaikowski ist eines der berühmtesten und beliebtesten Werke des Komponisten, dessen Musik verschiedene Choreographen dazu inspiriert hat, das farbenreiche Weihnachtsmärchen in der Sprache des Tanzes zu erzählen. Die wunderschöne Musik von Tschaikowski führt den Zuschauer zusammen mit Klara in die Zauberwelt der Süßigkeiten, des Mausekönigs, von Spielzeugsoldaten, fliegenden Köchen, eines riesigen Weihnachtsbaumes, des Weihnachtsabends und des Tanzes.

Informationen über die Aufführungen des Theaters „Estonia“ finden Sie unter: www.opera.ee

 

Nationaloper „Estonia“

In der Nationaloper „Estonia“ können Sie sowohl Oper, Operette, Musical als auch Ballett genießen. Im Spielplan des „Estonia“ finden sich diverse weltberühmte Inszenierungen, beispielsweise „La Traviata“ von Giuseppe Verdi, „Die Liebe zu drei Orangen“ von Sergei Prokofjew, „Aschenputtel“ von Gioachino Rossini, „Die Fledermaus“ von Johann Strauß, „Così fan tutte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, „Romeo und Julia“ von Sergei Prokofjew, „Schwanensee“ von Peter Tschaikowski und „Coppelia“ von Léo Delibes. Die Geschichte der Nationaloper „Estonia“ beginnt im Jahre 1865 mit der Gründung des Gesangs- und Spielvereins „Estonia“. Die Schauspieltradition begann aber erst 1895, als der Verein begann, Singspiele, Volksstücke, Lustspiele – meistens mit Lied und Tanz – zu inszenieren. Anfang des 20. Jahrhunderts gelangten aber schon ernstere Dramen auf die Bühne. Das Theater „Estonia“ hat im Laufe der Zeit viele verschiedene Bezeichnungen gehabt, aber seit 1998 trägt es den Namen einer Nationaloper „Estonia“ und ist als eine öffentlich-rechtliche Institution gemäß dem in der Republik Estland 1997 verabschiedeten Gesetzes über die Nationaloper tätig.