Ritterschlag für Estland: Mitglied der Euro-Zone seit Januar 2011

18. März 2011

Am 1. Januar führte Estland als 17. Land den Euro an und erntete so den Lohn für eine weitsichtige Fiskalpolitik. Die Schuldenlast ist die niedrigste aller 27 EU-Staaten, in den Boomjahren wurden die Überschüsse in einen Stabilitätsfonds einbezahlt. Dank der Reserven blieb Estland handlungsfähig und benötigt nicht wie Lettland, Irland oder Ungarn Kredite des Internationalen Währungsfonds. Nach dem Beitritt zur Euro-Zone und der Mitgliedschaft in der OECD ist Estland das meist integrierte Land Europas.

Das Wirtschaftswachstum betrug 2010 3,1 Prozent und im Vorfeld der Euro-Einführung stieg das Interesse der Investoren spürbar an. Sie entscheiden sich für einen Standort mit motivierten, gut ausgebildeten Mitarbeitern (54,3% der Esten haben Fach- oder Hochschulausbildung), die zahlreiche Fremdsprachen beherrschen. Der Unternehmergeist ist nicht nur im IT-Bereich ungebrochen. Ein estnischer Minister brachte im Dezember 2010 den Anspruch seiner Landsleute auf den Punkt: „Wir sind deutscher als die Deutschen.“