Tallinn 2011: Die Europäische Kulturhauptstadt feiert ihr Happy End

12. Dezember 2011

Das spektakuläre Film-Event „60 Sekunden Einsamkeit im Jahr Null“ und weitere Veranstaltungen bilden den krönenden Abschluss.
Nur noch wenige Tage ist Tallinn die Europäische Kulturhauptstadt 2011. Am 22. Dezember setzt die estnische Hauptstadt dem Kulturjahr mit rund 7.000 Veranstaltungen unter dem Motto „Geschichten am Meer“ ein besonderes Ende. Bewohner und Gäste der Stadt können sich auf ein buntes Programm als Hommage an die vielfältigen Formen von Kunst und Kultur freuen.

Ein Liebesbrief an die Filmkunst

Die Besucher erwartet um 19.30 Uhr in der Bucht des Tallinner Hafens die einzigartige Filmvorstellung „60 Sekunden Einsamkeit im Jahr Null“. Mehr als 50 internationale Regisseure – darunter die estnischen Initiatoren Taavi Eelmaa und Veiko Õunpuu (Autumn Ball), Tom Tykwer aus Deutschland (Lola rennt), der Cannes Grand Prix Gewinner Park Chan-wook aus Korea (Oldboy) sowie der für den Oskar nominierte Isländer Fridrik Thor Fridriksson (Mamma Gógó) – haben für dieses Event einminütige Kurzfilme gedreht, die zu einem monumentalen Kunstwerk zusammengefügt wurden. Die Film-Installation wird nur ein einziges Mal auf einer 20 mal 12 Meter großen Kinoleinwand im Meer zu sehen sein und am Ende feierlich in Flammen aufgehen. Es symbolisiert die Zerbrechlichkeit der Erinnerung aber auch die Kraft des Augenblicks, die die Filmkunst verleiht. Begleitet wird die Vorstellung von einer Live-Performance des zeitgenössisch-klassischen Musik- und Filmkomponisten Ülo Krigul.

Feierliches Glockenspiel

Als musikalisches Highlight des 22. Dezember 2011 wird das „Lied der Turmglocken“ erstmals zu hören sein. 30 Musiker läuten die rund 50 Glocken der zehn Kirchen in der Altstadt, die zur in einem einmaligen Zusammenspiel um exakt 20.11 Uhr erklingen werden. Der Komponist Margo Kõlar ließ sich vom einjährigen Zyklus der kirchlichen Feiertage inspirieren. Das Glockenkonzert wird von einer Videoprojektion des Künstlers Taavi Värmland begleitet, der die Architektur der St. Johanniskirche als Leinwand nutzt. 

Anschließend erstrahlt der Platz der Freiheit in einem Kerzenmeer. Bei Weihnachts­liedern erhellen die Kerzen in den Farben der Europäischen Kulturhauptstadt die dunkelste Nacht des Winters und begrüßen die Wintersonnenwende. Zudem symboli­sieren sie, dass das in der Einigkeit gezündete Kulturfeuer nie ausgehen soll.

Besucherrekord durch Kultur

„Wir haben bewiesen, dass man estnische Kultur nicht mit der Taschenlampe suchen muss“, resümiert Jaanus Mutli, Vorstandsmitglied der Europäischen Kulturhauptstadt Foundation Tallinn2011. „Sie ist präsent, vielfältig und das Rückgrat unserer Identi­tät. Menschen aus der ganzen Welt sind in Tallinn zusammengekommen, um Kultur zu leben und sie über die Grenzen hinaus zu tragen. Darauf können wir stolz sein.“ 

Insgesamt haben 1.270.322 Gäste von Januar bis Oktober 2011 in Tallinn über­nachtet, 89 Prozent davon aus dem Ausland. Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und damit neuer Rekord. Bis Jahresende belaufen sich die Schätzungen auf 1,5 Millionen Besucher und übersteigt somit die Gesamtbevölkerung Estlands. Das Tallinner Touristeninformationszentrum zählte rund 1.000 Gäste pro Monat.

Guimarães in Portugal und Maribor in Slowenien werden 2012 die Europäischen Kulturhauptstädte sein.

Weitere Informationen gibt es unter www.visitestonia.com und www.tallinn2011.ee