9000 v. Chr. Nach der Eiszeit lassen sich die estnischen Vorfahren entlang der Ostseeküste nieder.

800-1200 n. Chr.  Schlachtzüge und Überfälle durch Wikinger rund um die Ostsee, unter anderem durch estnische Wikinger. Am berühmtesten war die Entführung der norwegischen Königin Astrid und ihrem Sohn und künftigen König, Olaf Trygvesson, durch die Esten.

1030 Der warägische Großfürst von Kiew, Jaroslaw der Weise, nimmt Tarbatu ein und gründet die Stadt Juryev, die heute Tartu heißt. Juryev wurde wieder aufgebaut und 1061 von Esten zerstört, die die russische Stadt Pleskau angriffen.

1187 Einwohner der größten estnischen Insel Saaremaa plündern und zerstören Sigtuna, die damalige Hauptstadt von Schweden.

1208 - 1227 Estland wird von fremden Mächten besetzt und anschließend zum Christentum bekehrt. Deutschen und Dänen bestimmen das Geschehen. Die Deutschen üben in den nächsten 700 Jahren großen Einfluss aus und gehören zum Landadel.

1523 Reformation, Estnisch wird zum ersten Mal in der Liturgie verwendet. Das erste estnische Buch erscheint im Jahre1525.

1558-1582 Livländischer Krieg auf dem heutigen Gebiet von Estland und Lettland.

Er wurde von Russland gegen die Verbündeten aus Polen-Norwegen, Litauen, Dänemark und Schweden um die Vorherrschaft im Baltikum geführt.

1561 Die Kontrolle über Estland geht nach Schweden. Dadurch wird das sogenannte "Schwedische Goldene Zeitalter“  in Estland eingeläutet.

1632 Gründung der Universität von Tartu durch den schwedischen König Gustav II. Adolf.

1700-1721 Großer Nordischer Krieg um die Vorherrschaft an der Ostsee. Eine Nord-Allianz aus Russland, Dänemark-Norwegen, Polen-Litauen und Sachsen griff das Schwedische Reich an. Der Krieg endete mit einer verheerenden Niederlage für Schweden im Jahre 1721, und Russland stieg zur neuen Großmacht an der Ostsee auf. Den Krieg haben schätzungsweise nur 100 000 Esten überlebt.

1816 In Estland wird die Leibeigenschaft abgeschafft.

1860-1885 Das nationale Bewusstsein der Esten steigt. Doch der Zar versucht eigenständige Entwicklungen durch eine Russifizierungskampagne zu ersticken.

1869 Als Teil der nationalen Bewegung für die Unabhängigkeit Estlands findet das erste Sängerfest in Tartu statt.

1905 Revolution in Russland.

1918 Deutschland  besetzt im Februar Estland.

November 1918 – Januar 1920 Esten drängen im Unabhängigkeitskrieg vor allem auf mehr Autonomie gegenüber dem russischen Reich. Aber nach der Weigerung Russlands erklärt Estland die Unabhängigkeit. Danach drängen estnische Kräfte mit Unterstützung von Großbritannien deutsche und sowjetische Armeen aus dem Land.

Februar 1920  der Vertrag von Tartu. Mit dem Vertrag zwischen der Russischen SFSR und Estland wurde die Unabhängigkeit Estlands anerkannt. Die Verträge lösten die mit der Einstellung von Kampfhandlungen verbundenen Streitigkeiten und Angelegenheiten, wie zum Beispiel die Ziehung von Grenzen und der Übergang von Vermögen.

 

1939 Hitler und Stalin spalten Europa in Einflusssphären – die baltischen Staaten werden den Sowjets überlassen.

1940 Die UdSSR gliedert Estland ein.

1941 Am 14. Juni Massendeportationen von Esten durch die Geheimpolizei NKWD, der besonders die Elite zum Opfer fällt.

1941 - 1944 Deutsche Besatzung.

1949 Zweite Massendeportation von Esten durch die Sowjets.

1987 Erster offener Protest gegen die sowjetische Herrschaft während der so genannten "Phosphor-Kriege". Die  Demonstrationen richten sich gegen die sowjetischen Pläne für den Tagebau von Phosphor in Estland.

1988 Beschluss des Obersten Sowjets über die Souveränität Estlands. Es entsteht eine neue Volksfront für die Unabhängigkeit, genannt die „Singende Revolution“. Während der friedlichen Demonstrationen stimmen Hunderttausende traditionelle Volkslieder an.

August 1989 Über eine Länge von 600 Kilometern, von Tallinn über Riga nach Vilnius, bilden am 23. August 1989, zwei Million Menschen eine Kette, um für die Unabhängigkeit der baltischen Staaten zu demonstrieren (Baltische Kette).

1990 Beschluss des Obersten Sowjets zum stufenweisen Übergang der Unabhängigkeit Estlands.

1991 Im Januar entsendet die UdSSR militärische und paramilitärische Truppen in die Balitischen Staaten.

August 1991 Zusammenbruch des Staatsstreichs in der UdSSR. Mit dem Zusammenbruch der Autorität Moskaus wird der Traum von der Wiederherstellung der Unabhängigkeit buchstäblich über Nacht wahr.

2000 Im August führte die Regierung Estlands als weltweiter Pionier ihre papierlosen Kabinettsitzungen mittels eines vernetzten Dokumentationssystems ein.

2003 SKYPE gründet sich in Tallinn.

2004 Am 29. März wird Estland in die NATO aufgenommen. Es ist das erste Mal in der Geschichte Estlands, dass das Land einem Militärbündnis freiwillig beitritt.

2004 Am 1. Mai tritt Estland der Europäischen Union bei.

2005 Die elektronische Wahl wird in Estland gestartet.

2006 Toomas Hendrik Ilves wird zum Präsident der Republik Estland gewählt.

2006 Estland gewinnt drei Goldmedaillen im Skifahren bei den Winterspielen in Turin.

2007 Im April Umzugs-Pläne des Bronze-Soldaten, einem Sowjetisches Ehrenmal. Das verursacht über Nacht heftige Unruhen in Tallinn zwischen der jungen russisch sprechenden Minderheit und den estnischen Behörden. Die Skulptur steht jetzt auf dem Friedhof der estnischen Streitkräfte und ist eine beliebte Touristenattraktion.

2008 Estland gewinnt eine Goldmedaille im Diskuswurf der Männer und eine Silbermedaille im Rudern bei den Olympischen Spielen in Peking.

2009 Die 23 Meter hohe Glas-Skulptur „Statue of Liberty“ wird im Zentrum von Tallinn eröffnet.

2009 Das 25. nationale Sänger- und Tanz-Festival findet mit einem Chor von mehr als 25 000 Sängern und 7500 Tänzer statt.