Tallinn - Estlands pulsierende Hauptstadt

Thema: Tallinn

Zuletzt aktualisiert19.09.2016

Tallinn - Estlands pulsierende Hauptstadt

Quelle: visitestonia.com

Autor:

Gustav Schatzmayr

Altstadt mit Domberg

Ein Spaziergang durch Tallinns Altstadt (Unterstadt) macht jeden Besucher zum Bewunderer der charmanten nordischen Hauptstadt. Das mittelalterlich geprägte Stadtbild in Verbindung mit dem pulsierenden Leben des 21. Jahrhunderts ergibt eine ganz besondere Mischung. Vorurteile von einst lösen sich in Luft auf und ein leichtes Bedauern, Tallinn nicht schon früher besucht zu haben, kommt auf. Die erfreuliche Erkenntnis, dass ein Wochenende für die Entdeckung der Stadt nicht reicht, überfällt einem nach den ersten Schritten durch Tallins historisches Zentrum.

Tallinn war unter dem Namen Reval eine der bedeutendsten mittelalterlichen Hansestädte, die ihren Reichtum mit dem Russlandhandel begründete und diese Drehkreuzfunktion über Jahrhunderte bewahrte. Innerhalb der Altstadt, die von einer mächtigen Stadtmauer mit imposanten Wehrtürmen umgeben ist, schufen die Kaufleute von einst ein eindrucksvolles Gebäudeensemble aus Lager- und Wohnhäusern. Ihre Gottesfürchtigkeit manifestiert sich in einer Vielzahl an Kirchen und Klöstern, die seit dem 13. Jahrhundert erbaut wurden. Die weltliche Macht ließen sich die geviften Kaufleute jedoch nicht nehmen und mit dem Rathaus im gotischen Stil sowie dem Haus der Großen Gilde setzten sie sich markante Denkmäler.

Tallinn - Altstadt

Autor: Gustav Schatzmayr

Das politische Machtzentrum der Stadt und des Landes lag seit jeher am Domberg, dessen Plateau 48 Meter höher als die Unterstadt liegt. Das Schloss wurde viele Male umgebaut und ist heute Sitz des estnischen Parlaments. Am Rand des Schlosses steht der 46 m hohe Turm Langer Hermann, ein wichtiges nationales Symbol. Die Tradition schreibt vor, dass jenes Land Estland regiert, dessen Flagge auf dem Langen Hermann weht. Palazzi des baltisch-deutschen Adels, die Domkirche und die russische Alexander-Newski-Kathedrale gilt es zu besuchen. Als Belohnung für den Anstieg auf den Domberg warten eindrucksvolle Panoramen auf Altstadt (Unterstadt) und Meer

Hof der Meister

Autor: Gustav Schatzmayr

Das Leben in Tallinn lässt sich jedoch am besten in den verwinkelten Gassen der mittelalterlichen Altstadt und entlang der Stadtmauer entdecken und genießen. In der pittoresken Katharinenpassage (Katariina käik) produzieren und verkaufen Künstler der St. Katharinengilde ihre Werke. Glaswaren, Hüte, Schmuck und vieles mehr sind in den kleinen Werkstätten zu finden und dabei kann man den Meistern beim Glasblasen, Weben oder Töpfern über die Schulter schauen. Nicht weit davon entfernt im Meisterhof gibt es ein ähnliches Ambiente, bereichert um Kohvik Chocolats de Pierre, ein spezielles Café in Tallinn mit süßen Köstlichkeiten und einmaligem Ambiente.

Restaurant 'Leib&Resto'

Autor: Gustav Schatzmayr

Boheme in Kalamaja

Kalamaja ist der bekannteste Holzhäuserbezirk in Tallinn. Einst ein Stadtteil, der von Fischern, Fischhändlern und Bootsbauern bewohnt wurde. Mit der Eisenbahnverbindung nach St. Petersburg ab 1870 wandelte sich der Bezirk in einen Industrie- und Arbeiterbezirk. Die Holzhäuser, "Tallinn-Häuser", entstanden in den 1920 und 1930er-Jahren, heute gibt es noch rund 500 davon. Viele der Fabriksgebäude, wie das Zentrum Telliskivi, sind heute Domizile der modernen Kunstszene und Kreativen, die Kalamaja ein neues Lebensgefühl eingehaucht haben, das besonders in den Bars und Restaurants spürbar wird.

Traditionell geht es noch am samstäglichen Fischmarkt (Kalaturg) zu. Fischer und Händler bieten Frischfisch und Geräuchertes an, dazu Gemüse direkt vom Produzenten. Genießer sollten sich diesen Markt keinesfalls entgehen lassen. Gleich daneben ist das Estonian Design House gelegen, ideal für Reiseandenken der besonderen Art. Die Restaurantszene in Tallinn und Umgebung ist höchst lebendig. Von trendigen Cafes bis zu edlen Tafelfreuden reicht die Auswahl und die Chefköche des Landes verfeinern traditionelle Gerichte auf ihre eigentümliche und etwas zurückhaltende Art. So schaffen sie eine nordische Küche mit besonderem Anspruch.

KUMU in Kadriorg

Das Kunstmuseum KUMU im Stadtteil Kadriorg wurde 2006 eröffnet und beeindruckt als Werk moderner Architektur mit interessanten Perspektiven. Das KUMU bietet klassische Kunst ab dem 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, estnische Kunst bis zum 2. Weltkrieg, Kunst aus der Sowjetperiode und ein wechselndes Programm zeitgenössischer Kunst. Ein Muss für Kunstinteressierte.

Zuletzt aktualisiert 19.09.2016

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