Estlands starke Frauen

Quelle: Paul Meiesaar, Visit Estonia

Estlands starke Frauen

Das kleine Land im Norden Europas ist nicht nur Vorreiter in Sachen Digitalisierung; es ist auch der einzige Staat mit einer weiblichen Doppelspitze. Und es sind oftmals Frauen, die hier Schlüsselpositionen in jenen Gebieten einnehmen, die Estlands Außenwirkung formen.


Präsidentin Kersti Kaljulaid und Regierungschefin Kaja Kallas sind nicht die einzigen Frauen, die Estland beeinflussen. In etlichen anderen Bereichen sind Frauen an vorderster Front tätig. Sie sorgen für Erhalt und Bekanntheit estnischen Kulturgutes, sie schützen Natur und Umwelt, sie führen die typische Landesküche zu internationaler Bekanntheit und sie entwerfen angesagte Mode und Accessoires.

Insulanerinnen auf Kihnu

Die Insel Kihnu ist so etwas wie das letzte Matriarchat Europas. Hier haben seit jeher Frauen das Zepter in der Hand.

Foto: Ken Oja, Visit Estonia

Die estnische Insel Kihnu ist so etwas wie das letzte Matriarchat Europas. Hier haben seit jeher Frauen das Zepter in der Hand, bewahren und beleben die kulturelle Tradition. Die farbenfrohen Kihnu-Röcke mit ihrem ausgefeilten sozialen Signalsystem sind weithin bekannt. Besondere Berühmtheit erlangte die Insulanerin Virve-Elfriide Köster, genannt „Kihnu-Virve". Die heute 93-Jährige hat rund 400 Lieder über ihre Inselheimat geschrieben; eine der Fähren, die Kihnu mit dem Festland verbindet, wurde nach ihr benannt.

Eda Veeroja betreibt auf dem Ferienhof Mooska eine typische Rauchsauna. Die für westeuropäische Saunafans ausgesprochen merkwürdig anmutende Rauchsauna-Tradition Südestlands gehört zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO und ist jeden eigenen Versuch wert!

Ein Rauchsauna-Besuch auf der Mooksa-Farm

Foto: Martin Mark, Visit Estonia

Angelica Udeküll ist die bekannteste Spitzenköchin Estlands. Sie hat in renommierten Restaurants gekocht, unzählige Kochbücher geschrieben und nutzt ihre eigene Kochshow im estnischen Fernsehen, um die regional unterschiedlichen Küchentraditionen, Rezepte und Aromen Estlands landesweit bekannt zu machen.

Mariell Jüssiist mit Leib und Seele Umwelt- und Naturschützerin und führt Besucher und Gäste ihres Ferienhofes kundig wie sonst nur wenige durch den einzigartigen Soomaa Nationalpark.

Stella Soomlais fertigt mit ihrem Team in Tallinn angesagte Ledertaschen im Rahmen eines nachhaltigen Designkonzepts. Der Anspruch ist, am Ende keine Reste entsorgen zu müssen. Etliche weitere estnische Designerinnen erhalten seit geraumer Zeit internationale Aufmerksamkeit. Estnisches Design gilt in seiner Naturnähe und dem Bemühen um Nachhaltigkeit zurzeit als absoluter Geheimtipp.

Zuletzt aktualisiert: 08.03.2021

Thema: Geschichte & Kultur