Fünf gefährliche und faszinierende Orte, die man in Estland besuchen sollte

Quelle: Taaniel Malleus, Visit Estonia

Fünf gefährliche und faszinierende Orte, die man in Estland besuchen sollte

Einige der aufregendsten und faszinierendsten Orte in Estland zählen gleichzeitig zu den gefährlichsten. Wer abenteuerlustig ist, sollte sie besuchen! Sie erzählen außerdem viel über die ehemalige Sowjetzeit und damit einen bedeutsamen Teil der Geschichte des Landes.


Der Steinbruch von Aidu

Als das Bergwerk in Aidu geschlossen wurde, wurde das Gebiet geflutet. Heute sind die Straßen, die nach Aidu führen, mit blauem, fast durchsichtigem Wasser gefüllt, und an einigen Stellen kann man unter der Wasseroberfläche sogar Waldstücke erkennen. Das Gebiet ist ideal für Wanderungen, aber an einigen Stellen sind die Hänge und Felswände sehr steil und anspruchsvoll. Manchmal muss man sogar auf allen Vieren klettern, um das Gleichgewicht zu halten. Rund um die Steinbrüche kann man Motorrad-Touren und Jeep-Safaris unternehmen. Wir empfehlen geplante bzw. geführte Touren – an Land und zu Wasser.

Abenteuer auf dem Gelände des alten Steinbruchs

Hier kann man u.a. temporeiche Jeep-Safaris unternehmen

Foto: Visit Estonia


Ein künstlicher Vulkan: der Berg Kukruse

Kukruse liegt in der Nähe der Nationalstraße 1, die zwischen Tallinn und Narwa im Norden Estlands verläuft. Ein kleiner Wanderweg führt auf den Gipfel des Berges, von wo aus man eine fantastische Aussicht auf die Umgebung genießen kann. Der Berg besteht aus Rückständen der Ölschieferindustrie in der Region, und diese Rückstände haben im Laufe der Jahre einen erhöhten thermischen Druck erzeugt. Wenn man auf dem Berg spazieren geht, sieht man, wie die Hitze über dem Boden flirrt; es heißt, dass im Inneren des Berges Temperaturen von bis zu 300 Grad herrschen. Die Besteigung des Berges erfolgt auf eigene Gefahr, aber die Besichtigung von Kukruse vom Boden aus ist ebenso faszinierend.

Übrigens: In Kukruse befand sich im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg ein sowjetisches Kriegsgefangenenlager für ehemalige Angehörige der deutschen Wehrmacht. In der Nähe wurde 1998 ein deutscher Kriegsgefangenenfriedhof eingeweiht.


Die unterirdischen Tunnel von Astangu

Die düsteren Tunnel von Astangu

Foto: Erkki Lindpere, Visit Estonia

Astangu ist ein Stadtteil im Westen Tallinns im Bezirk Haabersti. Während des Ersten Weltkriegs wurde hier von Tausenden Arbeitern ein Munitionsdepot für die russische Küstenartillerie errichtet. Nach der Russischen Revolution und dem Frieden von Brest-Litowsk wurde das Munitionsdepot für mehrere Jahrzehnte aufgegeben und die Arbeiterbaracken wurden abgerissen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Depot von den sowjetischen Streitkräften wieder in Betrieb genommen, und um das Gelände herum wurden Wohnsiedlungen errichtet. Heute ist die gesamte Einrichtung verlassen und außer Betrieb. Dafür kann man hier geheimnisvolle Spaziergänge durch dunkle und verfallene Tunnel unternehmen. Wenn Sie einen Besuch in Astangu planen, sind eine Taschenlampe und festes Schuhwerk empfehlenswert.


Die Sedimentbecken in Nordestland

Normalerweise muss man eine weite Reise unternehmen, um den Anblick von weißem Sand und türkisfarbenem Wasser zu genießen. In Estland geht das schneller. Wenn Sie nach Nordestland reisen, können Sie genau das erleben, denn etwa fünf Kilometer außerhalb der Stadt Narwa finden Sie fantastisch anmutende Sedimentbecken, die an die Strände der Malediven erinnern. Aber lassen Sie sich nicht täuschen, denn es handelt sich hier eben um Sedimentbecken eines Kraftwerkes; das Wasser ist stark alkalisch und ätzend und verursacht Haut- und Schleimhautreizungen. Also müssen Sie sich mit einem Selfie begnügen – können aber in entsprechender Badekleidung und mit der scheinbaren Lagune im Hintergrund so tun, als wären Sie auf den Malediven.


Der ehemalige U-Boot Hafen Hara

Ein beeindruckenes altes Hafengelände

Hara verbindet die herrliche Landschaft des Lahemaa-Nationalparks mit der Militärgeschichte des Landes.

Foto: Hara Sadam, Visit Estonia

An der Nordküste Estlands liegt der Hafen von Hara – eine alte sowjetische U-Boot-Entmagnetisierungsstation. Heute ist der Hafen natürlich nicht mehr in Betrieb, bietet aber gerade deshalb nun ein aufregendes Erlebnis inmitten einer wunderschönen Landschaft, denn zu Sowjetzeiten war er hoch geheimes Sperrgebiet und für Bürger nicht begehbar. Heute können Sie an den Piers entlang schlendern und die alten Gebäude betreten, aber seien Sie auf der Hut. Der Boden ist voller zerbrochener Fliesen und Löcher, und es ist strengstens verboten, in diesem Gebiet zu schwimmen oder von den Stegen zu springen. Wenn Sie das Beste aus Ihrem Besuch in Hara machen wollen, empfehlen wir Ihnen eine geführte Tour. Sie erfahren etwas über die faszinierende Geschichte des Hafens.


Zuletzt aktualisiert: 04.09.2021

Thema: Nordestland, Aktivitäten & Abenteuer