Karula – der kleinste und hügeligste Nationalpark Estlands

Quelle: Merike Linnamägi, Visit Estonia

Karula – der kleinste und hügeligste Nationalpark Estlands

Estland verfügt über mittlerweile sechs Nationalparks. Der jüngste ist der Nationalpark Alutaguse; er wurde erst 2018 eingeweiht. Der älteste und deshalb vielleicht auch bekannteste wiederum ist der Nationalpark Lahemaa im Norden des Landes, unweit der Hauptstadt Tallinn. Karula ist der kleinste der sechs, muss sich aber keinesfalls verstecken.


Der Karula Nationalpark erstreckt sich über die Landkreise Valgamaa und Võrumaa und hat eine Ausdehnung von rund 11.000 Hektar. Er ist geprägt von einer in Estland eher seltenen Hügellandschaft und 60 Seen. Die größte Erhebung auf dem Gebiet Karulas ist mit 137 Metern der Rebasejärve Tornimägi, auf dessen Gipfel ein 30 Meter hoher Aussichtsturm steht, der von Besuchern bestiegen werden kann.

Vom Aussichtsturm hat man einen Rundumblick

Foto: Amadvr / CC BY-SA 3.0 EE (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ee/deed.en)

Während die Nationalparks Lahemaa und Soomaa in der Sommersaison recht frequentiert sind, geht es in Karula deutlich ruhiger zu. Hier findet man sich auf den schönen Wanderwegen oft alleine.

Eine urwüchsige Landschaft mit viel Wald

Foto: Amadvr / CC BY-SA 3.0 EE (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ee/deed.en)

Im Karula-Nationalpark sind zahlreiche Tiere heimisch – insbesondere einige in Resteuropa selten gewordene Vogelarten wie Schwarzstörche, Fischadler und Steinadler. Der Schlammfrosch ist zwar kein Vogel, aber sowohl bedroht als auch ebenfalls hier zu Hause.


Hier kann man den Klang des Nationalparks hören:


Die Landschaft ist durch die eiszeitlichen Hügel bestimmt. Es gibt sehr viel Wald, einige Wiesen und eine Menge Wasser in Form von Mooren, Sümpfen und vielen kleinen und größeren Seen. Etwa 70% des Gebietes besteht aus unberührter Natur, 30% sind Kulturlandschaft, die vor allem durch jahrhundertelange bäuerliche Tätigkeit entstanden ist. Die Wege werden deshalb hin und wieder von uralten Wirtschaftsgebäuden gesäumt.

Der Nationalpark ist sehr wasserreich

Foto: Koolobus (etwiki) / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)



Eine eigene Kultur

Hier, im Süden des Landes, herrscht eine ganz eigene Kultur, die sich von der in Nordestland in einigen Belangen unterscheidet. Man spricht beispielsweise „Võru-Estnisch"; Fachleute streiten seit Jahren darüber, ob es sich dabei um einen estnischen Dialekt oder eine eigene Sprache handelt.

Typisch südestnisch: die Rauchsauna

Foto: Tõnu Runnel, Visit Estonia

Und man hält die Tradition der Rauchsauna hoch, die es mittlerweile auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO geschafft hat. In manchen Ecken des Landkreises Võrumaa wird in der Rauchsauna auch tatsächlich noch geräuchert. Die so haltbar gemachten Fleisch-Produkte werden estlandweit als Delikatessen gehandelt.



Wo sollte man beginnen?

Das Karula-Besucherzentrum am See Ähijärve

Foto: Veljo Laugamõts, Visit Estonia

Am besten kann man den Nationalpark Karula auf dem Fahrrad erkunden. Am größten See der Region, Ähijärve, unterhält der Park ein Besucherzentrum. Hier gibt es eine Dauerausstellung zur örtlichen Natur- und Kulturgeschichte und man bekommt gute Tipps für Wanderungen. Selbstverständlich gibt es hier auch einen Kinderspielplatz.

Am Besucherzentrum beginnen der 4 km lange Studienweg mit Informationstafeln, der lange Karula-Wanderweg und die diversen Radwege. Vom Aussichtsturm Mäekonnu aus kann man sich einen guten ersten Überblick über die hügelige Landschaft des Parks verschaffen, die übrigens auch im Winter wunderschön ist.

Auch im Winter ein Traum

Foto: Amadvr / CC BY-SA 3.0 EE (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ee/deed.en)

Für übernachtungswillige Naturfans gibt es im Nationalpark Karula auch einige Unterkünfte:


Ein Video mit Einblicken in den Park (in estnischer Sprache):

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