Nachhaltiger Tourismus in Estland

Quelle: Sven Zacek, Visit Estonia

Nachhaltiger Tourismus in Estland

Nachhaltigkeit wird nicht nur vor dem Hintergrund des Klimawandels immer wichtiger. Ein Land, dessen Natur touristische Hauptattraktion und Markenzeichen ist, hat besonderes Interesse daran, die Ökosysteme intakt zu halten. Den Esten fällt das relativ leicht, denn sie lieben ihre Natur, sind im engen Kontakt mir ihr groß geworden und gehen deshalb sorgsam mit ihr um.



Das Umweltbewusstsein der Deutschen nimmt seit vielen Jahren stetig zu. Man achtet mittlerweile verstärkt auf Nachhaltigkeit und ist an der Einschätzung und Reduzierung des eigenen ökologischen Fußabdrucks interessiert. Reisen sind da keine Ausnahme – grüner Urlaub liegt im Trend. Und Estland ist ein Reiseziel, das dem Ansinnen, die Ferien umweltbewusst zu verbringen, sehr entgegenkommt.


Der Jägala-Wasserfall

In Estland ist es zum Glück allgemein verpönt die Natur zu missachten.

Foto: Visit Estonia


Das kleine nordische Land verfügt über eine herrliche, urwüchsige und inspirierende Natur. Es gibt viele Moore und artenreiche Naturschutzgebiete, 50% des Bodens sind bewaldet, 15% der landwirtschaftlichen Fläche sind organisches Ackerland und werden nach explizit ökologischen Kriterien bestellt.


Große Naturverbundenheit

Die Esten sind ausgesprochen naturverbunden und viele von ihnen – auch die Städter – haben irgendwo im Land ein eigenes kleines Stück Wald, in dem Beeren und Pilze gesammelt, Picknicke mit Freunden abgehalten und Birkenzweige für die traditionellen Saunaquirle geschnitten werden.


Pilze und Beeren selbst sammeln

Die Esten sind sehr naturverbunden; viele haben irgendwo ein eigenes kleines Stück Wald.

Foto: Aron Urb, Visit Estonia


Das Abladen von Müll in der Natur, das unbedachte Liegenlassen von Abfall nach einem Picknick oder die Verschmutzung der Flüsse und Strände sind in Estland verpönt. Die diesbezügliche Aufmerksamkeit und das Selbstverantwortungslevel sind sehr ausgeprägt.

Um ein Zeichen zu setzen und dasjenige, was an Unrat und Plastikmüll trotzdem fahrlässigerweise in der Natur landet, aufzuräumen, haben die Esten vor einigen Jahren den „World Cleanup Day" ins Leben gerufen, der sehr schnell Nachahmer in der ganzen Welt gefunden hat und heute alljährlich von über 18 Millionen Menschen durchgeführt wird – vielleicht die größte zivilgesellschaftliche Bewegung aller Zeiten.


Pilze aus Estlands Wäldern

Einsatz lokaler Produkte, kurze Transportwege und Lieferketten: das ist nachhaltig und umweltschonend.

Foto: Karl Ander Adami, Visit Estonia



Umweltsiegel

Obwohl der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen in Estland grundsätzlich selbstverständlicher als in anderen Ländern ist, hat man in den vergangenen Jahren Qualitätsprüfungs-Systeme eingeführt, die durch entsprechende Kennzeichnung von Betrieben jedem signalisieren, in welchem Maß der Anbieter Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit explizit berücksichtigt.

Da immer mehr Menschen sich gerade bei Urlaubsreisen Gedanken um ihren ökologischen Fußabdruck machen, hilft ihnen das Kennzeichnungssystem dabei, in allen Bereichen, die für ihren Urlaub relevant sind – von Beherbergung über Restaurants, Museen und Freizeitparks bis hin zu Workshops und Wander- oder Bootstouren – bewusst die Nachhaltigkeit des Angebotes abzuwägen. Zwei verschiedene Umweltsiegel werden in Estland vergeben.


Entspannen vor dem Saunahaus

Die Umweltsiegel sorgen für Transparenz in Sachen Nachhaltigkeit.

Foto: Magnus Heinmets, Visit Estonia


Der grüne Schlüssel

Der grüne Schlüssel ist ein internationales Siegel, das 1994 in Dänemark entwickelt wurde und inzwischen in 48 Ländern der Welt Verwendung findet. Betriebe, die sich für das Siegel bewerben, müssen mehrere Nachhaltigkeits-Kriterien erfüllen, zum Beispiel hinsichtlich der Bemühungen, Wasser zu sparen, den anfallenden Müll zu trennen, in den Außenbereichen keine Pestizide einzusetzen und möglichst viele ökologische Produkte zu verwenden. Man kann hier auf unserer Website nach mit dem grünen Schlüssel ausgezeichneten Betrieben suchen, indem man das Gütezeichen "Green Key" als Kriterium aktiviert (am verlinkten Beispiel in den Kategorien "Unterkunft" und "Ganz Estland").


Wanderweg im Naturschutzgebiet Matsalu

Projekte des staatlichen Forstamtes wie Nationalpark-Wanderwege sind in der Regel mit dem Nachhaltigkeitssiegel EHE ausgezeichnet.

Foto: Visit Estonia


Das EHE-Siegel

Eine originär estnische Entwicklung ist das „EHE"-Siegel. Mit ihm werden Unternehmen, Projekte und Produkte im ländlichen Raum und in Ortschaften mit weniger als 4.000 Einwohnern als Teil des um "echten und interessanten Estlands" ausgezeichnet, die besonders nachhaltig und umweltfreundlich sind. Bei diesem Gütezeichen geht es z.B. um die Verwendung lokaler oder regionaler Lebensmittel, um kurze Transportwege und Lieferketten oder um die Vermittlung von Achtsamkeit in Sachen Natur und Umwelt wie beispielsweise bei den Projekten und „Naturhäusern" des staatlichen Forstamtes.

Das Label wird jeweils für drei Jahre verliehen und unter anderem anhand von Kunden-Rückmeldungen regelmäßig überprüft. Auch die EHE-Projekte können hier auf unserer Website selektiert werden, indem Sie in der "Erweiterten Suche" das Gütezeichen "EHE" als Kriterium aktivieren – hier am Beispiel der Kategorien "Aktivitäten und Abenteuer" und "ganz Estland".





Zuletzt aktualisiert: 13.09.2019

Thema: Grüner Urlaub, Natur & Tierwelt

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