Tallinn kulinarisch entdecken: Der Markt am baltischen Bahnhof und das Hopfenhaus

Quelle: Rasmus Jurkatam, Visit Estonia

Tallinn kulinarisch entdecken: Der Markt am baltischen Bahnhof und das Hopfenhaus

Text:

Ellen Spielmann


Die Reisejournalistin Ellen Spielmann hat für das Web-Magazin kulinariker.de einen Entdecker-Spaziergang durch Tallinn gemacht. Im ersten Teil ihres Berichts standen die Kneipenkultur des hippen Stadtteils Kalamaja und einige Sehenswürdigkeiten in der Altstadt im Mittelpunkt. In diesem zweiten Teil erkundet Spielmann den Markt am Baltischen Bahnhof mit all seinen frischen Leckereien und ein benachbartes Restaurant mit spannender hauseigener Bierbrauerei. Auszüge des Textes erscheinen bei uns mit freundlicher Genehmigung der Autorin und des Magazins.


Auch nach den bombastischen Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der ersten estnischen Unabhängigkeit, die in der Hauptstadt Tallinn am 24. Februar 2018 mit allem drum und dran – singend, tanzend, marschierend, redend, trinkend, essend und twitternd – im festiven Reigen einen ihrer Höhepunkte hatte, geht es heute in der Stadt mit kulturellen und kulinarischen Highlights munter weiter.

Spaziergang durch Tellisviki

Foto: Rasmus Jurkatam, Visit Estonia

Starke Akzente liegen auf dem modernen Lebensstil, z.B. modernster Öko-Küche von hohem Kaliber, wobei die Tatsache, dass Estland komplett digitalisiert ist, eine Schlüsselrolle spielt, denn das hat magnetische Wirkung auf die junge Kreativszene. So schafft es Tallinn, die alte Ordensburg- und Hansestadt am baltischen Meer, den Spagat, einerseits traditionell gewichtige Historie und andererseits hippe Spätmoderne zu repräsentieren. Zahlen sprechen für sich: allein über 100.000 deutschsprachige Besucher kommen jährlich.


Der große Markt am Baltischen Bahnhof – gesund, attraktiv und populär

Der Markt am Baltischen Bahnhof

Foto: Rasmus Jurkatam, Visit Estonia

Am Bahnhof nah der Altstadtmauern im Nordwesten liegt gleich hinter den Gleisen der Balti Jaam Markt, eine zweigeschossige Markthalle, die einzigartig für Estland 300 Händler verschiedener Sparten unter einem Dach versammelt. Motto des Markts am Baltischen Bahnhof ist, eine gesunde und ausgeglichene Ernährung zu fördern, saubere und echte Grundstoffe wert zu schätzen und die feine Kunst der Essenszubereitung in Ehren zu halten. Herrliche Pfifferlinge, frische Gurken nebst getrockneten Dillstangen zum Einwecken, dicke Pflaumen, Mesi (Honig), Beeren und Blumen aller Couleur eröffnen die Gemüse- und die Obststraße im Erdgeschoss.

Die Esten lieben es frisch, natürlich und regional

Foto: Renee Altrov, Visit Estonia

Ebenfalls zu ebener Erde bieten viele Fischhändler auf einer großen Fläche ihre frische Ware feil, wie gleich daneben im saalgroßen Bereich die Fleisch-, Wurst- und Geflügelexperten und es gibt einen eigenen Biolebensmittelladen. Auch 20 verschiedene Streetfood-Stände erfüllen die jeweiligen Wünsche der Marktbesucher. Im Untergeschoss befindet sich praktischerweise ein Supermarkt, ein Sportklub und es werden eine Reihe von Dienstleistungen angeboten.

Streetfood schmeckt und macht Freude

Foto: Aron Urb, Visit Estonia

Der erste Stock ist hauptsächlich estnischem Design und estnischer Handarbeit, Kleidung, Haushaltswaren und Antiquitäten gewidmet. Doch das Shoppen lässt sich auch hier unterbrechen um am Stand "Crazy Ice-Cream" kinderfreundliche Überraschungen wie Milkyway-Icecream zu genießen oder es sich gleich im Restaurant Humalakoda (deutsch: Hopfenhaus) gemütlich zu machen.


Im Hopfenhaus: Frische regionale Küche und hausgebrautes Bier

Verführerische, frisch zubereitete Burger im "Humalakoda"

Foto: Humalakoda, Visit Estonia

Das Restaurant Humalakoda, auch Pub und Brauerei, besitzt eine schöne Sonnenterrasse (Zugang auch über Treppen von außerhalb des Marktgebäudes) samt Blick auf die Telliskivi Creative City, den Baltischen Bahnhof und die dahinterliegenden Türme der Altstadt und mit kleiner, separater Raucherterrasse. Das Restaurant öffnete im Mai 2017. Sein Name "Humalakoda" (Hopfenhaus) beinhaltet auch ein Wortspiel mit dem estnischen Wort "Jumalakoda", was "Haus der Götter" bedeutet.

Das Hopfenhaus ("Humalakoda") mit großer Sonnenterrasse

Foto: Humalakoda, Visit Estonia

Seit November 2017 befindet sich hier im Restaurant auch die Mikrobrauerei Humalakoda im Aufbau. Das erste Bier wurde hier im Januar 2018 im Brauraum direkt hinter der langen Theke gebraut. Man kann dem Brauer durch die verglaste Zwischenwand bei der Arbeit zusehen. Zur Verfügung stehen sechs Tanks, zumeist werden 500 Liter einer Biersorte gebraut und dann direkt an der langen Theke und bisher nur hier verkostet. Denn eine Flaschenabfüllung findet noch nicht statt.

Hausgebraute und abwechslungsreiche Biere

Foto: Humalakoda, Visit Estonia

Was die Speisen betrifft, garantiert die direkte Nachbarschaft zu den Lebensmittelläden und Ständen im Balti Jaam Maakret stets frische Zutaten für eine leichte Gesundheitsküche. Das Restaurant ist bestrebt, möglichst die Zutaten "from Farm to Market" zu erhalten. Die Gerichte sind international ausgerichtet. Großartig aber ist die estnische Vorspeisenplatte ("vom Markt") mit diversen nationalen Salamis, dazu Chutneys, Nüsse-Schinkenstückchen zubereitet in Melasse und Malz, Erdbeeren und gefüllten Mini-Paprikas, die locker für zwei Personen reicht. Besonderheit im Brotkorb: Knäckebrot und Brotsticks beides mit Malz.

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Zuletzt aktualisiert: 27.02.2019

Thema: Tallinn, Essen, Trinken & Nachtleben

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