Die Geschichte von Tallinns berühmtestem Weihnachtsbaum

Quelle: Jaanus Ree, Visit Estonia

Die Geschichte von Tallinns berühmtestem Weihnachtsbaum

Im Winter wird Estland zum Winterwunderland. Und das Weihnachtsfest ist der Höhepunkt dieser Jahreszeit. Der hübsche Weihnachtsmarkt in der Altstadt Tallinns gehört unbedingt dazu; er wurde 2019 zum besten Weihnachtsmarkt Europas gekürt. In seiner Mitte steht der schönste Weihnachtsbaum des Landes. Und er steht dort in einer langen Tradition.


Die Esten lieben das Weihnachtsfest. Die Weihnachtstage zählen in Estland zu den wichtigsten Feiertagen. Das ist – anders als in den meisten anderen Ländern Europas – hier nicht religiös begründet, sondern hat viel mehr mit der kalten Jahreszeit, den hübschen Lichtern, der Attraktivität der Natur in weißem Kleid, mit Stimmung, Gemütlichkeit und Genuss zu tun.

Vielleicht ist die weitgehende Abwesenheit der religiösen Herleitung auch ein Grund, aus dem Weihnachten in dem kleinen nordischen Land stets sehr entspannt, mit großer Freude und ohne die in Deutschland und andernorts bekannten Familiendramen gefeiert wird ...


Der Weihnachtsbaum von Tallinn

Im Zentrum des Weihnachtsmarktes: der Baum

Da steht er in voller Pracht, sorgsam ausgewählt und vorsichtig in die Hauptstadt transportiert: der prominenteste Weihnachtsbaum des Landes.

Foto: Sergei Zjuganov, Visit Estonia

Der Legende nach wurde der erste Weihnachtsbaum 1441 von der Bruderschaft der Schwarzhäupter – ein livländischer Kaufmannsorden – nach Tallinn gebracht. Wenn das wahr ist, dann handelt es sich beim Tallinner Weihnachtsbaum um den ersten seiner Art, der jemals auf einem Rathausplatz in Europa aufgestellt wurde.

Diese These wird u.a. von der Stadt Riga vehement bestritten, denn dort gibt es die genau gleichlautende Legende, nur eben mit Riga als Schauplatz. 

Wir werden das hier und heute nicht entscheiden können. Die jedenfalls sehr alte Tradition, in der der Weihnachtsbaum in einer waschechten Zeremonie in das Herz der Tallinner Altstadt transportiert wird, erregte allerdings aktenkundlich mit der Zeit so viel Aufsehen, dass sie selbst Peter den Großen, den Imperator von Russland, in ihren Bann zog; er nahm an diesem alljährlich stattfindenden Ereignis im Jahr 1711 teil. In Tallinn, nicht in Riga.

Im zeitgenössischen Estland wird in einem Wettbewerb jedes Jahr der schönste Nadelbaum des Landes gesucht und erkoren. Sein ehrenvolles Schicksal ist es dann, als Herzstück des Weihnachtsmarktes in Tallinn zu dienen.

Der Baum ist stets mit 50 LED-Lichterketten, 5000 kleineren, 2500 größeren Lichtern und weißen, transparenten Kugeln geschmückt. Er trägt außerdem 240 rote und goldene Kugeln und 50 beleuchtete Herzen.


Der Weihnachtsmarkt in Tallinn

Der Tallinner Weihnachtsmarkt 

Im Hintergrund derMarktbuden: das historische Rathaus – und der schöne Weihnachtsbaum.

Foto: Toomas Volmer, Visit Estonia

Der Tallinner Weihnachtsmarkt ist ein perfekter Ort, um sich auf das Fest einzustimmen. Hier lässt sich's wunderbar mit Freunden quatschen, leckeren Glühwein schnabulieren, estnische Winterspezialitäten – wie Lebkuchen, Blutwurst und Sauerkraut – kosten und traditionelles Kunsthandwerk einkaufen.

In der Altstadt rund um den Rathausplatz gibt es zudem viele kleine Geschäfte, die Produkte in authentisch estnischem Design anbieten – auf allen möglichen Feldern von Mode über Schmuck bis hin zu Porzellan und Accessoires.

Weihnachtliche Geschenke

In der Tallinner Altstadt gibt es zahlreiche kleine Geschäfte mit estnischem Design.

Foto: Silver Tõnisson, Visit Estonia

Und natürlich gibt es zahlreiche Restaurants, die estnische Winter- bzw. Weihnachtsmenüs anbieten. In der alten estnischen Tradition markierte das Heiligabend-Essen übrigens das Ende der Fastenzeit und man musste zwölf Portionen essen, um Glück im neuen Jahr zu haben.

Natürlich gibt es einen Weihnachtsmarkt nicht nur in der Hauptstadt. Auch die Weihnachtsmärkte in Tartu und in der Provinz sind bezaubernd und alle einen Besuch wert!

Übrigens: Den Jahreswechsel in Estland zu verbringen, ist ebenfalls ein unvergleichliches Erlebnis. Hier sind unsere Tipps für die letzten Tage des Jahres.

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