Wandere auf den Spuren eines estnischen Naturfilms

Quelle: Atte Henriksson

Wandere auf den Spuren eines estnischen Naturfilms

Zum Jubiläum 2018 bekam Estland den Naturfilm „The Wind Sculpted Land“ ("Das vom Wind geformte Land") geschenkt. Die Autoren des Films, der Este Joosep Matjus und der Finne Atte Henriksson, verbrachten im Laufe von drei Jahren mehr als 400 Tage, um die wilde estnische Natur zu filmen. Joosep und Atte teilen mit Ihnen hier einige der schönsten Orte, die sie während ihrer Arbeit entdecken durften.


Die bei Hochwasser überfluteten Auwiesen des Nationalparks Matsalu in West-Estland

Im Frühling und im Herbst herrscht im Nationalpark Matsalu auf den überfluteten Wiesen und am Strand ein wahres Fest der Vögel, denn mehrere Hunderttausende der gefiederten Freunde ziehen hier durch. Die offenen Landschaften des Nationalparks, besonders die überfluteten Wiesen und die Küste, sind für Vögel ideal. Sie rasten hier und können sich so richtig satt futtern. Gute Aussichtstürme befinden sich in Haeska, Kloostri und in Penijõe. Nach der Schneeschmelze im Frühjahr können einige Wege überschwemmt sein, daher empfiehlt es sich, Gummistiefel mit auf die Reise zu nehmen.

 

Laubwiese Tõramaa im Nationalpark Soomaa

Die Laubwiesen sind in Estland verhältnismäßig rar, doch besonders artenreich, da hier sowohl Wiesen- als auch des Waldpflanzen vorkommen. Die Laubwiese Tõramaa im Nationalpark Soomaa ist bekannt für ihre schlanken Eichen. Wenn im Nationalpark Soomaa die "fünfte Jahreszeit" herrscht – in Estland wird die Zeit der Schneeschmelze so genannt –, kann auf der Laubwiese Kanu gefahren werden; ein wirklich besonderes Erlebnis. Im Herbst lohnt es sich, in eines der zahlreichen Hochmoore des Nationalparks zu gehen, zum Beispiel nach Riisa oder Ingatsi. Nach dem ersten Frost nimmt das Moos teilweise einen tiefen Rotton an, so dass es auf den ersten Blick schwer ist, die Preiselbeeren zu finden, die sich dort verstecken. Wer lieber in den Wald geht, sollte den Wanderweg Kuuraniidu wählen, an dessen Wegesrand die dicken Stämme der alten Espen bewundert werden können.

 

Die Küste Nõva im Nord-Osten Estlands

Mit ihrem in Europa beinahe einmaligen, sonst nur aus Wüsten bekannten singenden Sand sind die Küsten Nordost-Estlands etwas für Genießer. Im Sommer sind sie nicht überlaufen. Und im Frühling und Herbst hat man hier manchmal das Gefühl, als ob noch nie ein menschlicher Fuß die Gegend betreten hat – wenn man einige Schilder und ausgetrampelte Pfade unberücksichtigt lässt. Der Weg zur Küste führt durch den Wald, in dem man im Herbst reichlich Pilze und Preiselbeeren sammeln kann. In Nõva befindet sich auch ein Naturzentrum. Hier kann man mehr über die Entstehung der lokalen Natur erfahren und man bekommt gute Hinweise mit auf die Wanderung.

Küste in Nõva

Drohnenaufnahme aus dem Film

Foto: WildKino

Steilküste Saka in Nord-Estland

Die estnische Steilküste ist zweifellos etwas Besonderes. Der Ort, an dem Felsen und Meer sich begegnen, ist eine Art Freiluft-Unterrichtsraum im Fach Geologie, in dem Millionen Jahre alte Steinschichten in greifbarer Nähe liegen. An der Steilküste Saka findet sich der Wasserfall Kivisilla (auch "Saka Wasserfall" genannt), der mit 22,8 Metern den zweiten ehrwürdigen Platz im Höhenwettbewerb hinter dem Wasserfall Valaste (30 m) einnimmt. In der wasserreichen Periode ist dies ein Pflichtort für diejenigen, die sich für Natur interessieren. Im Sommer bildet der schmale Strand unterhalb der Steilküste den idealen Ort, um ungestört und allein zu sein. 

Steilküste Saka

Bild aus dem Film

Foto: WildKino


Wir wünschen allen viel Spaß auf den Wanderungen durch die Natur! Zu guter Letzt noch eine Empfehlung von Joosep und Atte: Nur, wer sich die Zeit nimmt, sich in Ruhe umzuschauen, wird die Schönheit der Natur entdecken.

Zuletzt aktualisiert: 27.11.2018

Thema: Natur & Tierwelt

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