Was Estland am besten kann

Quelle: Remo Savisaar

Was Estland am besten kann

Estland ist ein kleines, aber sehr innovationsfreudiges, umweltbewusstes und bildungshungriges Land. Das merkt man auch immer wieder am guten Abschneiden in internationalen Rankings. Wir haben die Stärken des Landes zusammengetragen.


Ausgezeichnetes Bildungsniveau

In der jüngsten PISA-Studie (2018) liegen Estlands Mittelstufenschüler einmal mehr auf Platz 1 der europäischen Staaten – deutlich vor Deutschland – und das, obwohl Estland deutlich weniger Geld pro Schüler zu Verfügung steht als im OECD-Durchschnitt. Ein großer Faktor des Bildungserfolgs ist sicherlich das Engagement auf allen Seiten. In Estland hat Bildung einen sehr hohen gesellschaftlichen Stellenwert, was dazu führt, dass Schüler Schule ernst nehmen und gerne lernen. Den Lehrern wird allgemeine Wertschätzung entgegengebracht und auch sie sind ehrgeizig, lern- und weiterbildungswillig. Die Alphabetisierungsrate liegt in dem kleinen nordischen Land übrigens bei 100%.

Die beste Schulbildung in Europa

In der PISA-Studie 2018 liegt Estland auf dem 1. Platz aller europäischen Staaten.

Foto: Erik Riikoja, Visit Estonia


Eine der kompliziertesten Sprachen

Estnisch ist die fünftschwerste Sprache, die man auf dieser Welt lernen kann. Dafür ist sie aber sehr melodisch und hat etwas Märchenhaftes. Nur rund 1,1 Millionen Menschen auf der Welt sind estnische Muttersprachler. Das Estnische Institut hat vor einigen Jahren Studenten aus dem Ausland zu ihrem Eindruck der estnischen Sprache befragt. Unter anderem kam dabei heraus, dass "lauluhääl", "laulupidu" und "lauluväljak" für fremdsprachige Ohren die schönsten estnischen Wörter sind. Alle drei haben einen Bezug zu "Singen" (Singstimme, Sängerfestival und Sängerfestivalgelände). Merkwürdig fanden die ausländischen Studenten Worte wie "küsimusi" (Fragen), "jäääär" (Eiskante, Rand des Eises) und "loll" (dumm). Das Wort "öö" (Nacht) nimmt eine Zwischenstellung ein: die internationalen Studenten fanden es merkwürdig und schön zugleich. 


Sauber(st)e Luft

Seit vielen Jahren gehört Estland immer wieder zu der Handvoll von Ländern (darunter auch Island und Finnland), denen die WHO die sauberste Luft der Welt bescheinigt – übriges auch in den Städten! Die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der estnischen Landfläche mit Wald bedeckt ist, trägt zu der guten Luftqualität natürlich maßgeblich bei. 



Hoher Digitalisierungsgrad und Bürgerfreundlichkeit

Eine Studie der Plattform InterNations 2018 unter so genannten "Expats" – nicht in ihrem Heimatland lebende und arbeitende Menschen – hat ergeben, dass Estland im internationalen Vergleich noch vor Singapur und Neuseeland hinsichtlich seiner digitalen Angebote und der schlanken staatlichen Verwaltung überzeugt: Es landete auf Platz 1.


Viele Top Models und ziemlich große Menschen

Wussten Sie, dass zahlreiche weibliche Models aus Estland kommen? In Relation zur Einwohnerzahl verfügt das kleine Land weltweit über die meisten Topmodels – aktuell sind es rund 100, was einer Rate von 74 Models auf 1 Million Einwohner entspricht.

Die Esten sind laut einer groß angelegten Studie aus dem Jahr 2014 außerdem die drittgrößten Menschen der Welt – nach Niederländern und Belgiern bei den Männern und Lettinnen und Niederländerinnen bei den Frauen. Die durchschnittliche Größe estnischer Frauen beträgt 169cm, die der Männer 181cm.


Freiheit, Wirtschaftseckdaten und Lebensqualität

Im letzten "Freedom on the net"-Report (2018) liegt Estland in Sachen Freiheit des Internets weltweit knapp hinter Island auf Platz 2. Im jüngsten Ranking der Heritage Foundation (2019) landet es auf Platz 15 der weltweit wirtschaftsliberalsten Staaten. Bei der Pressefreiheit ist 2019 der elfte Platz im internationalen Vergleich herausgesprungen – das sind übrigens zwei Plätze vor Deutschland.

Im jüngsten Social Progress Index belegt Estland Platz 25 im gemittelten Ergebnis, beim Vergleich des Pro-Kopf-Einkommens Platz 32 in der Welt. Im 2019er Global Competitiveness Report des World Economic Forum hat Estland in vielen Belangen zwar Federn lassen müssen – wie viele andere Staaten auch; Kriterien und Auswertungsmethodik haben sich geändert –, liegt in Sachen wirtschaftliche Stabilität aber gemeinsam mit 33 anderen Ländern weiterhin bei 100%.




Zuletzt aktualisiert: 23.02.2020

Thema: Geschichte & Kultur

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