Was Tallinn mit Lübeck verbindet

Quelle: Sunlines CC, Visit Estonia

Was Tallinn mit Lübeck verbindet

Die estnische Hauptstadt Tallinn und das norddeutsche Lübeck haben etliche Gemeinsamkeiten. Und die beschränken sich nicht nur auf ihre Lage an der Ostsee und die pittoreske Altstadt. Wir haben fünf Parallelen zusammengetragen.


Hansestädte

Reval (heute Tallinn) war seit dem 13. Jhd. Hansemitglied

Foto: Roman Neiman, Visit Estonia

Sowohl Tallinn als auch Lübeck sind im Mittelalter gegründete Handelsstädte. Lübeck gilt als "Mutter der Hanse" - jener städteverbindenden Handelsvereinigung, die seit dem 12. Jahrhundert durch Freihandel unter ihren Mitgliedern für zunehmenden Wohlstand sorgte. Tallinn - als "Reval" (bis 1918 der offizielle Name der Stadt) damals noch unter dänischer Herrschaft und mit einer deutschen Oberschicht - wurde seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Mitglied der Hanse geführt.


Fähr-, Container- und Kreuzfahrthäfen

Jede Menge Betrieb im Fährhafen von Tallinn

Foto: Tallinn Sunlines CC, Visit Estonia

Beide Städte sind seit dieser Zeit nicht nur Handelsplätze, sondern bis heute bedeutende Container- und Fährhäfen mit großem Touristenaufkommen und Verbindungen nach Skandinavien und Russland. Auch Kreuzfahrtschiffe und Großsegler gehen regelmäßig in Tallinn und Lübeck vor Anker. Der Tallinner Hafen liegt direkt am Rande der Altstadt - ein Umstand, der von Kreuzfahrern gerne für einen kurzen Landgang genutzt wird.


Je zwei Inseln

Hafen der Insel Naissar

Foto: Visit Estonia

Verlässt man Lübeck und Tallinn zur See auf den Fährlinien, passiert man nach einigen Seemeilen jeweils zwei Inseln. Im Falle Lübecks sind das die Insel Poel zur Rechten und Fehmarn zur Linken. Von Tallinn aus schippert man an Naissar und an Aegna vorbei.


Emma und Steven

Steven, der Tourismusbeauftragte Tallinns

Foto: Mats Õun, Visit Estonia

Anders als mancher glauben mag, gibt es sowohl in Tallinn wie auch in Lübeck nicht ganz viele verschiedene, sondern jeweils genau eine Möwe. Diese allerdings verfügt über die wundersam magische Fähigkeit, sich scheinbar und für das Auge des Betrachters spontan zu vermehren und sich außerdem an mehreren Orten gleichzeitig aufzuhalten. In Lübeck ist es Emma; in der estnischen Hauptstadt hört die Zaubermöwe auf den Namen Steven und hat es sogar zum offiziellen Tourismusbeauftragen geschafft. Wir gehen davon aus, dass die beiden Geschwister sind.


Süße Sünden

Marzipanherzen aus dem Hause Kalev

Foto: Kalev, Visit Estonia

Und dann die Sache mit dem Marzipan! Wir wissen alle: Es wurde in Lübeck erfunden. Wer würde daran zweifeln? Nun: die Esten. Denn die behaupten steif und fest, dass es von einem Apotheker in Tallinn entwickelt worden ist. Unser Vorschlag zur Güte: Wir lassen diese in beiden Fällen sehr detaillierten und mit kenntnisreichem Elan vorgetragenen Geschichten der kulturellen Überlieferung zuliebe bestehen und beharren nicht auf dem Hinweis, dass Marzipanforscher sich schon lange einig darüber sind: die süße Mandelmasse hat einst im Orient das Licht der Welt erblickt. Vom Besuch des Marzipanzimmers in Tallinn sollte einen das natürlich genauso wenig abhalten wie vom Genuss der sündhaft leckeren Süßigkeit - ob nun in Estland oder in Deutschland.

Zuletzt aktualisiert: 05.05.2019

Thema: Tallinn, Geschichte & Kultur

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