Wie man in 30 Jahren die führende Digitalnation Europas wird – eine Ausstellung

Quelle: Vabamu, Visit Estonia

Wie man in 30 Jahren die führende Digitalnation Europas wird – eine Ausstellung

Das Okkupations- und Freiheitsmuseum Vabamu zeigt in der Saison 2021/22 eine neue Ausstellung mit dem Titel "Warum Estland? 30 Jahre von der UdSSR zu e-Estonia". Sie beleuchtet die Geschichte der vergangenen drei Jahrzehnte und die Errungenschaften der estnischen digitalen Gesellschaft. Und es gibt auch einen Ausblick in die Zukunft.



Einblicke in die Entwicklung einer digitalen Gesellschaft

Foto: Vabamu, Visit Estonia

In 30 Jahren hat sich Estland von einem postsowjetischen Land in die führende Digital-Nation Europas verwandelt. Am Beginn standen die rasanten Fortschritte in der Computer-Technologie und die Erfindung des Internets. Aber das genügt nicht. Man muss auch rechtzeitig erkennen, dass man es mit einem Umbruch, einer echten Zäsur zu tun hat. Man muss das Potential für die Zukunft sehen, es begrüßen und dann beherzt anpacken. Und all das hat Estland quasi ab der ersten Minute getan: Man hat sich darauf konzentriert, eine wirklich digitale Gesellschaft zu werden und zu sein.


Im Sinne der Bürger denken

Die Technologie schreitet in großen Schritten voran ...

Foto: Vabamu, Visit Estonia

Estland hat sich in diesen Pionierjahren immer wieder den Entwicklungen angepasst, sie zunehmend selbst mit vorangetrieben und alle Chancen ergriffen, die sich ergaben. Es begann mit der Umstellung auf schnurlose Telefone, es folgte die schneller Einrichtung einer Internet-Infrastruktur für das ganze Land. Und man dachte die Neuerungen im Sinne der Bürger und verlagerte alle möglichen Verwaltungsakte in die neue Infrastruktur.


Innovationsfreudigkeit zahlt sich aus

... und verändert die Gesellschaft

Foto: Vabamu, Visit Estonia

Durch diesen unaufhörlichen Prozess ist Estland zu einer der am stärksten digital integrierten Gesellschaften der Welt und zum Vorreiter in Europa geworden. Heute können die Bürger Estlands eine breite Palette digitaler Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Die Steuererklärung ist selbstverständlich online zu erklären – und das dauert auch in komplizierten Fällen selten länger als 15 Minuten. Man kann online Unternehmen gründen, Arzt-Rezepte einlösen, Unterschriften leisten und Dokumente ausstellen.

Auch in der Coronakrise zahlt sich die Digitalisierung übrigens aus. Wo es in anderen Staaten Europas massive Probleme beispielsweise während der Schulschließungen gab, legte Estland sozusagen einfach nur den Schalter um und nutzte die ohnehin schon bestehende digitale Unterrichts-Infrastruktur lediglich intensiver als zuvor.

Die digitale Gesellschaft fördert Innovation

Foto: Andres Raudjalg, Visit Estonia

Es ist keine Überraschung, dass Estland so schnell zu einem Paradies für Start-ups und Remote-Arbeiter wurde. Im vergangenen Jahr wurde Tallinn zur international besten Stadt für Remote-Arbeit gewählt. Natürlich ist Tallinn auch jedem Digitalnomaden ein Begriff; es gibt kaum einen, der hier noch nie seine Zelte aufgeschlagen hat. Die innovations- und unternehmerfreundliche Atmosphäre hat außerdem dazu geführt, dass Estland eine der weltweit höchsten Start-up-Quoten pro Kopf aufweist.

Mittlerweile ist eine ganze Generation in und mit dieser digitalen Gesellschaft aufgewachsen; für diese jungen Esten ist eine solche Umgebung selbstverständlich.


Die Ausstellung im Vabamu

Estnische Kinder wachsen heute selbstverständlich mit neuen Technologien auf

Foto: Aivo Kallas, Visit Estonia

Mit der aktuellen Ausstellung möchte das Vabamu-Museum Besucher mit Geschichte und Entwicklung dieser digitalen Gesellschaft bekannt machen und gleichzeitig einen Blick in die Zukunft wagen: Wohin könnte die aufregende Reise gehen – für Estland und für jede digitalisierte Gesellschaft? Welche Entwicklungen stehen an und wie sieht Estland in einigen Jahren aus? Spannende Fragen – längst nicht nur für Technik-Nerds. Die Ausstellung wird bis zum 23. Oktober 2022 zu sehen sein.


Zuletzt aktualisiert: 06.12.2021

Thema: Tallinn, Geschichte & Kultur