Quelle: Karl Ander Adami, Visit Estonia

Der Nationalpark Alutaguse

Der Nationalpark Alutaguse, welches der Jüngste in Estland ist, wurde 2018 gegründet, um die hier charakteristischen Moor-, Wald- und Küstenlandschaften und die Erbkultur zu schützen und vorzustellen. Mit dem Nationalpark Alutaguse gibt es in Estland insgesamt 6 Nationalparks.

Geschichtlich ist die Gegend von Alutaguse das größte Gebiet mit Nadelwäldern und Mooren und sie ist wichtig für viele Arten (See- und Steinadler, Auerhähne, Moorschneehühner, Eulen, Weihen, Gleithörnchen, Braunbären, usw.). Hier findet man verschiedene Wuchsformen, Landschaftsformen und Seearten. Die Fläche des Nationalparks beträgt 43 568 Hektar.

Der Nationalpark Alutaguse wurde auf der Basis von 11 Schutzgebieten gegründet – die Naturschutzgebiete Puhatu, Agusalu, Muraka und Selisoo; die Landschaftsschutzgebiete Kurtna, Smolnitsa, Jõuga, Struuga, Mäetaguse und Iisaku und das Schutzgebiet des Oberlaufs des Flusses Narva. Mit der Gründung des neuen Nationalparks entstand in der Gegend ein ganzheitlicher und systematischer Natur- und Erbkulturverbund.

Im Nationalpark findet man viele Sehenswürdigkeiten und verschiedene Möglichkeiten zur aktiven Erholung.

Das Moorgebiet von Puhatu ist das größte der estnischen Moorgebiete und an den Ufern des sich an dessen Rand befindlichen Flusses Poruni wachsen wertvolle breitblättrige Wälder. An den Ufern des Flusses kann man gelegentlich auf zu Tage stehende geologische Schichten stoßen.

In den Moorgebieten von Puhatu und Agusalu befinden sich Estlands einzige Festlanddünen, die bis zu 18 m hoch sind. Hohe und schmale Sandrücken wechseln sich abrupt mit kleineren Moorgebieten ab und formen gestreifte Landschaftsmuster.  Auf den Festlanddünen wachsen alte naturnahe Wälder, zumeist Heide- und Krähenbeer-Kiefernwälder. Von ihnen eröffnet sich eine unvergessliche Aussicht auf das flache Moor und auf die nächsten Sandrücken.

Am Nordstrand des Peipussees befindet sich der längste Sandstrand Estlands und die unikale Dünenlandschaft von Smolnitsa (40 km). Die Sandkörner der hiesigen Küste lassen beim reiben ein Geräusch entstehen und bildet so den sogenannten „singenden Sand“.

In der Landschaft, die die höchste Seedichte in Estland hat, in der Seegruppe Kurtna gibt es auf einem Gebiet von 30 km2 mehr als 40 Seen. Unter ihnen Seen, z.B. der See Valgejärv, mit besonders wertvollen und seltenen Arten.

Der Eichenwald von Mäetaguse ist einer von Europas nördlichsten Eichenwäldern, wo bis zu 300 Jahre alte Bäume mit breiten Baumkronen und reicher Biota wachsen.

Der Os von Iisaku ist einer der höchsten von Estland, dessen höchste Spitze der Berg Tärivere (94 m) ist. In dem Wald, der auf dem Os wächst, leben seltene Gleithörnchen.

Auf dem Oberlauf des Flusses Narva – der der Fluss mit der größten Strommenge Estlands ist –, zwischen Vasknarva und Karoli hat sich eine unikale Landschaft mit Altflüssen und üppigen Auwiesen gebildet.

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