Der beste Ort, um einen Überblick über alle Einflüsse zu bekommen, ist eine Tour durch den Kadriorg Park mit einem Besuch im Museum für Moderne Kunst, kurz "Kumu" genannt.

Skulpturen in Tallinn

Viele berühmter Monumente Estlands befinden sich in der Hauptstadt Tallinn.

Zum Beispiel das große Russalka-Denkmal von dem berühmten estnischen Bildhauer Amandus Adamson – es liegt in der Nähe des Meeres im Stadtteil Kadriorg.  Das Denkmal stellt einen auf einem Granitsockel stehenden Engel dar, der in seiner ausgestreckten rechten Hand ein vergoldetes orthodoxes Kreuz hält. Es erinnert an den Untergang des russischen Marineschiffs „Russalka“ im Jahr 1893 im Finnischen Meerbusen.

Ein neueres Beispiel für die vielseitigen Skulpturen liefert Mare Mikoff's "Hämarik" in der Nähe des Viru Hotels und des Einkaufszentrums. „Hämarik“ (Morgenröte) ist eine Figur aus der Estnischen Mythologie, und wird wie die Venus dargestellt – eine zerbrechliche, feminine Frau, die mit Geld und Gier flirtet.

Auf der anderen Seite des Viru Hotels, mitten im Herzen von Tallinn, gibt es mit „Merineitsi" von Edgar Viies eine klassische Skulptur zu bestaunen. In der estnischen Sprache wird "Merineitsi" übersetzt als "Jungfrau des Meeres". Die Statue zählt zu den beliebtesten Werken der Sowjet-Ära. Sie liegt neben dem Hotel Viru, einem legendären Treffpunkt zwischen West und Ost. Ein Ort, der so zum Symbol der Freiheit und Hoffnung wurde.

Ein sehr umstrittenes Denkmal in Estland ist dagegen der Bronze-Soldat. Die von den sowjetischen Behörden errichtete Skulptur erinnert an die russische Sichtweise der Befreiung Estlands durch die Rote Armee. Im Jahr 2007 ließen estnische Behörden das Denkmal  entfernen und bauten es auf dem Kriegsgefallenenfriedhof, wenige Kilometer von der Innenstadt entfernt, wieder auf. Der Umzug spielte eine zentrale Rolle bei der Entstehung der Unruhen zwischen der russischen Minderheit und Esten auf den Straßen von Tallinn.

Im Jüriöö Park steht eine kleine 1930 errichtet Statue zum Gedenken an den estnischen Aufstand gegen Sklaverei und den ausländischen Adel im Jahre 1343.

Skulpturen in Tartu             

Die alte Universitätsstadt Tartu verfügt über viele bemerkenswerte Statuen und Denkmäler. Wie etwa die "Wilde und Vilde"-Statue außerhalb einer Kneipe zeigt. Dort sitzen sich der irischer Dichter und Schriftsteller Oscar Wilde und der estnischen Schriftsteller Eduard Vilde gegenüber. Eine Reproduktion dieser Statue wurde der irischen Stadt Galway gespendet.

Als weiteres Symbol des jugendlichen und aufgeklärten Tartu gilt die Brunnenskulptur "Küssenden Studenten" des Bildhauers Mati Karmin.

Weitere Skulpturen in Estland

Viele kleine Skulpturen bietet der Badeort Pärnu. Bei einem Spaziergang durch die pittoreske Stadt stolpert man fast überall über klassische oder moderne Kunstwerke. Wie im Charlie-Chaplin-Zentrum für Gegenwartskunst, das Mark Soosaar 1992 im ehemaligen Verwaltungsgebäude der lokalen Kommunistischen Partei eingerichtet hat. Dort findet man die Statue von Estlands erster Dichterin Lydia Koidula, die in Handarbeit von Adamson hergestellt wurde. Weitere Festivals finden in Pärnu das ganze Jahr statt: Im Sommer werden Sand-Skulpturen geformt, im Winter Kunstwerke aus Schnee und Eis.

Rakvere im Norden Estlands ist für seine Tarvas-Statue bekannt. Diese monumental anmutende Skulptur eines Auerochsen wurde vom estnischen Bildhauer Tauno Kangro gefertigt. Der Legende nach bringt das Reiben der „Familienjuwelen“ des Ochsen Fruchtbarkeit und Ausdauer. Kein Wunder also, das es der glänzendste Teil der Skulptur ist.

Ebenfalls erwähnenswert, da ein echtes Beispiel des sarkastischen Humors und der Liebe zum Kitsch: die Statue in Kolga-Jaani mit dem Namen "Ode an die Leere".