Vormsi befindet sich zwischen der Insel Hiiumaa und dem Festland.

Mit einer Fläche von 92 Quadratkilometern ist sie die viertgrößte Insel in Estland. Die Bezeichnung Vormsi wurde von ihrem deutschen Namen „Worms“ oder ihrem schwedischen Namen „Ormsö“ (die beiden bedeuten „Schlangeninsel“) abgeleitet. 

Historisch wurde Vormsi von den Küstenschweden bewohnt und vor dem II. Weltkrieg lebten über 2500 Menschen auf der Insel. In der Zeit der sowjetischen Okkupation war Vormsi eine geschlossene Grenzzone, in die Besucher nur mit einer behördlichen Erlaubnis einreisen durften und in der es streng verboten war (sogar für die einheimischen Fischer), zur See zu fahren.

Heutzutage können Sie mit Hilfe der im 14. Jh. erbauten Kirche einen Einblick in die frühe Geschichte von Vormsi erhalten. Der Friedhof Vormsi ist die einzige Stätte in Estland, wo Sie keltische Kreuze aus dem 13. Jahrhundert sehen können.

Vormsi mit seinen Wachholderflächen, Küstenwiesen, Findlingen und Leuchttürmen lässt sich am besten mit einem Fahrrad oder zu Fuß erkunden. Erfreuen Sie sich an den verschiedenen Lebensräumen, wie Küstenweiden, Röhrichten, Alvaren, Wäldern, Buchten und Lagunen, die zahlreiche Pflanzen- und Vogelarten fördern. Um den Lebensraum von seltenen Arten zu schützen, wurde im Jahr 2000 das Landschaftsschutzgebiet Vormsi begründet.

Um auf die Insel Vormsi zu gelangen, können Sie im Hafen Rohuküla (108 km von Tallinn) eine Fähre nehmen (die Fahrt ist 12 km lang und dauer 45 Minuten). Zwischen dem Hafen und dem Inselzentrum Hullos gibt es auch öffentliche Verkehrsmittel. Falls Sie mit einem Auto unterwegs sind, sollten Sie sichergehen und vorher tanken, denn auf Vormsi gibt es keine Tankstelle.

Vormsi ist für die Menschen, die die seltene Natur, Stille und Ruhe bevorzugen. Auch für die Enthusiasten der schwedischen oder sowjetischen Geschichte ist sie interessant.