Sie sind auch als Küstenschweden bezeichnet worden, aber sie selbst bevorzugen den poetischen Ausdruck „aibofolke“ – „Inselvolk“.

Estlandschweden wohnen in den Küstengebieten und auf den Inseln in West- und Nordestland, wie Ruhnu (Runö), Vormsi (Ormsö), Riguldi (Rickull) und Noarootsi (Nuckö).

Estlandschweden besiedelten die hiesigen Gebiete im 13. Jahrhundert und wohnten hier bis zum Jahr 1939, als Militärstützpunkte der Sowjetunion nach Estland verlegt wurden. Dann floh die Mehrheit der schwedischsprachigen Minderheit Estlands nach Schweden und nur eine kleine Anzahl wohnt bis heute in Estland.

Es hat niemals einen einheitlichen estlandschwedischen Dialekt gegeben. Die estlandschwedischen Dialekte sind dem ostschwedischen Dialekt ähnlich.

Die Inseln Ruhnu, Vormsi-Noarootsi-Riguldi, Pakri-Vihterpalu und Hiiumaa haben alle ihren eigenen Dialekt. Es wird geschätzt, dass weniger als einhundert Menschen das Estlandschwedische in Estland und vielleicht bis zu eintausend in Schweden sprechen.

Heutzutage kommen wieder kleine Gruppen der Estlandschweden zusammen und versuchen, ihr Erbe wiederzubeleben, indem sie die schwedische Sprache und Kultur erlernen. Am 27. Februar 1988 wurde der Kulturverein der Estlandschweden gegründet. Er sammelt, bewahrt auf, forscht und präsentiert das estlandschwedische kulturelle Erbe, unterstützt die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der estlandschwedischen Gebiete und den Unterricht des Schwedischen in ganz Estland.

Falls Sie an den Verbindungen zwischen Schweden und Estland interessiert sind, lesen Sie Schwedishe Geschichte und Kultur.