Obwohl der Begriff “mulk” vermutlich aus dem lettischen Wort für „doof“ stammt, waren die Einwohner von Mulgimaa im Laufe der Geschichte wohlhabend, gut gebildet und bekleideten eher einflussreiche Posten.

Heutzutage bezeichnen einige der am besten bekannten Persönlichkeiten des Landes, darunter Präsident Toomas Hendrik Ilves, Mulgimaa als Zuhause. Bei offiziellen Veranstaltungen trägt Präsident Ilves oft die traditionelle schwarze Mulgi-Tracht.

Der wirtschaftliche Erfolg, durch den Mulgimaa seinen Ruf als die Erziehungsstätte der estnischen Elite verdiente, ließ es auch zum primären Ziel der sowjetischen Repressalien werden. Die Massendeportationen in den Jahren 1941, 1945 und 1949 schwächten das Gebiet dermaßen, dass der örtliche Dialekt das sowjetische Zeitalter nur knapp überlebte. Nur wenige Tausend Menschen können immer noch den Mulgi-Dialekt sprechen.

Die Aussichten von Mulgimaa verbessern sich, da das Institut der Mulgi-Kultur eine Menge zur Erhaltung dieser einmaligen Kultur unternimmt. Es wurden Rundfunk- und Fernsehprogramme in der Mulgu-Sprache produziert und in jedem Quartal erscheint die Zeitung „Uitsainus Mulgimaa“ – „das einzige und alleinige Mulgimaa“.

Wenn Sie erfahren möchten, wie die Mulgi-Sprache klingt, besuchen Sie im Sommer das Bauernhoftheater Nava etwa 100 m von der lettischen Grenze entfernt.

Und vergessen Sie nicht, die traditionelle Speise von Mulgimaa, den Mulgi-Brei, auszuprobieren.