Von allen unterschiedlichen Lebensgemeinschaften in Estland sind die Moore die ältesten – der Prozess der Versumpfung begann, nachdem sich der baltische Eissee vor ca. 10000 Jahren zurückzog und dauert bis heute an.Flora und Fauna der Moore sind einzigartig – viele tierische und pflanzliche Spezies haben sich dem Leben dort und nur dort angepasst. Ungefähr ein Viertel der Pflanzen Estlands wächst nur in Mooren, unter ihnen viele Reliktspezies der Eiszeit.

Die Torfschicht in estnischen Hochmooren ist bis zu 17 Meter dick

Moore entstehen über eine lange Zeit. Es gibt viel Torfmoos am Boden. Wächst es, so hebt sich der Boden wie ein Teig – ein fehnartiges Feuchtgebiet wird zunächst ein Sumpf und schließlich ein Moor. Torfmoos wird zu Torf, wenn es verrottet. Die meisten estnischen Sümpfe haben eine Torfschicht von 3 bis 6 Metern Dicke. Der Rekord liegt in Südestland, wo eine Torfschicht von 17 Metern Dicke in der Nähe des höchsten Punktes des Landes, dem Suur-Munamägi, gefunden wurde.

Estnische Sümpfe haben eine immense Menge an Torf angesammelt – ca. 1600 Tonnen pro Kopf. Torf ist wertvoll als Energiequelle sowie  im Gartenbau und Estland nimmt eine wichtige Position im europäischen Torfexport ein.

Moorwanderungen in Estland sind ganzjährig spannend

Moorwandern ist beliebt in Estland und es gibt eine Vielzahl von Firmen, die das ganze Jahr hindurch exotische Moorschuh-Wanderungen anbieten. Auch führen viele Bohlenwege Touristen auf Entdeckungsreisen durch mystische Moorlandschaften und im Winter können Sie die Moore per Ski begehen. Wenn Sie sich nach einer wirklich unvergesslichen Erfahrung sehnen, dann sehen Sie sich einen Sonnenaufgang über dem Moor an!

Hören Sie die Stimmen des morgendlichen Moores: