Im Estnischen Freilichtmuseum werden die Fähigkeiten der Stammväter gelehrt

29. September 2010

In einem schönen Ort namens Rocca al Mare in Tallinn befindet sich ein eigenartiges Dorf, das einen Einblick in die ländliche Architektur und das Landleben Estlands vom 18.-20. Jahrhundert bietet. So wie in einem richtigen Dorf üblich, gibt es hier Kirche, Kneipe, Schule, Mühlen, Spritzenhaus und vieles andere. Auf den 12 Bauernhöfen des Museums bekommt man einen Überblick darüber, wie die Familien mit unterschiedlichem Wohlstand in den früheren Zeiten gelebt haben. Eine angenehme Unterhaltung und etwas Weisheit kann man hier ganzjährig finden.

Im Estnischen Freilichtmuseum kann man Workshops besuchen, bei denen man unter anderem das Anfertigen von Kerzen erlernen und Blei gießen kann. Jeden Tag kann man Frauen-Handarbeiten sehen und erlernen: Trockenfilzen, Kaltschmieden, Stickereien, Stroharbeiten, Nationalpuppen und Stoffschuhe von der Insel Muhu. In den Handarbeitsstuben stellt man ebenso Volkstrachten aus den verschiedenen Gebieten Estlands sowie deren Anfertigung vor. Man spricht auch über die Mode im Mittelalter, unter dem Zarenregime und in der Zeit der ersten estnischen Unabhängigkeit.

Für diejenigen, die sich für alte Arbeitsverfahren interessieren und neue Erfahrungen bei den Arbeiten, die unsere Großväter und Großmütter konnten, sammeln möchten, erfolgen im Freilichtmuseum Meisterkurse, die Unterricht in der Anfertigung der Steinzäune und der Dächer anbieten.

Im Freilichtmuseum gibt es auch für Kinder Tätigkeiten– in der Art einer altertümlichen Schulstunde werden Bildungsprogramme für jedes Alter durchgeführt, beginnend mit Babys und endend mit Gymnasiasten.

Den Hunger und den Durst kann man im Freilichtmuseum in der Kneipe Kolu stillen, die eine in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Dorfkneipe ausschließlich mit Interieur aus der alten Zeit ist.

  Ein großartiger Ort für ein Picknick zu jeder Jahreszeit ist zugleich auch der Parkwald des Estnischen Freilichtmuseums. Man kann das Picknicktuch sowohl am Meer, auf dem Dorfplatz als auch in der Umgebung der Windmühle Nätsi ausbreiten. Für bessere Ungestörtheit kann man den Schaukelplatz oder die Kegeldachhütte im Wald reservieren.

Vom 18. - 19. Dezember 2010 findet im Freilichtmuseum ebenso ein traditionelles Weihnachtsdorf statt.

Hier, beim Geruch der Speisen und am Ofenfeuer – alte Lieder singend, Geschichten hörend, sich mit der freundlichen Wirtsfamilie unterhaltend – ist es schwierig, an alltägliche Sorgen und Geschäftigkeiten zu denken.

 Sie können des Weihnachtsbrauchtums und der Vorfeiertags-Tätigkeiten des estnischen alten Volkes teilhaftig werden. Das erinnert uns daran, was das wahre Weihnachtsgefühl eigentlich bedeutet.

Nähere Informationen über die angenehme Zeitwanderung finden Sie auf der Homepage des Estnischen Freilichtmuseums: http://www.evm.ee/