Die Stadt Jõgeva entstand vor 130 Jahren Dank der Eisenbahnlinie Tapa-Tartu: Eben da hielt hier der erste Zug und schon 1938 erhielt die sich um den Bahnhof schnell entwickelte Ortschaft ihre Stadtrechte.

Obwohl die Stadt klein ist, findet in Jõgeva fast die größte Anzahl an verschiedenen Festivals und Kulturereignissen in ganz Estland statt. Und was noch besser ist, ein großer Teil davon ist gerade an Jugendliche gerichtet:

  • Das Festivaljahr von Jõgeva beginnt im Frühling, wenn die dem Komponisten Alo Mattiisen gewidmeten Musiktage stattfinden.
  • Um den Johannistag, wenn die Nächte am kürzesten sind, findet jeden Sommer das Festival „Erklingende Sommernacht“ („Helisev suveöö“) statt, dann kann man die Musik im Grünen der Gärten und Parks genießen.
  • Als Spitzenereignis im Juli gilt das Motorradtreffen – Jõgevatreff: Im Jahr 2011 feiern wir das 20. Jubiläum dieser Veranstaltung und heute stellt diese ein 3-4 Tage dauerndes Großereignis mit einer Motorradparade in der Stadt Jõgeva dar.
  • Am letzten Samstag des Augusts setzt das Knoblauchfestival einen liebevollen Schlusspunkt hinter den Sommer. Lassen Sie sich vom Namen der Veranstaltung nicht erschrecken: Außer Knoblauch gibt es dann auf den Verkaufstischen in Jõgeva sehr viele verschiedene, ausnahmslos einheimische Waren und mehrere bekannte Künstler kümmern sich um die gute Laune der Besucher.
  • Das Festivaljahr endet im Herbst mit den Poesietagen „Tähetund“ („Sternstunde“), gewidmet der Dichterin Betti Alver. In Estland gibt es nur eine sehr kleine Anzahl an Schauspielern, die niemals an den Poesietagen teilgenommen haben. Das Hausmuseum im Geburtshaus von Betti Alver erinnert aber auch an einen anderen estnischen Spitzenkünstler, der aus Jõgeva stammt: den Komponisten Alo Mattiisen.

Außer dem reichhaltigen Kulturleben kann Jõgeva aber auch mit Lappland verglichen werden – erstens wohnt hier ganzjährig der Weihnachtsmann, der Gäste empfängt (einheimisch wahr und richtig), zweitens hat das Postamt des Weihnachtsmannes geöffnet. Falls die Existenz des Weihnachtsmannes bei jemandem Zweifel hervorruft, kann er ein Experiment starten und einen Brief mit der Adresse des Absenders an den Weihnachtsmann nach Jõgeva schicken: Wenn diese Information über den Absender vorhanden ist, wird der Weihnachtsmann an alle auch eine Antwort schicken! Der Höhepunkt der weihnachtlichen Stimmung kommt natürlich im Dezember, wenn alle Interessenten in verschiedenen Workshops mitmachen oder sich Weihnachtsschauspiele ansehen können.

Sicherlich hängt die hiesige wahre weihnachtliche Stimmung auch von der geographischen Lage von Jõgeva ab: Die Kältegrade können hier mit Lappland verglichen werden. Der Kälterekord Estlands wurde gerade in Jõgeva gemessen und als Bestätigung kann man an der Landstraße Piibe zwei Kältesäulen mit zwei Kälterekorden sehen. Die Säule zeigt die Temperaturanzeigen aus dem Jahr 2003, dann gab es -37,6°C Kälte, und den estnische Rekord durch die Geschichte hindurch aus dem Jahr 1940 mit -43,5°C.

Mythologiefreunden bietet bestimmt eines der ältesten Heiligtümer Estlands, die Burg und der heilige Hain von Kassinurme, 10 km von der Stadt Jõgeva entfernt, ein Erlebnis. In Kassinurme lebte man schon vor 7000 Jahren und heute ist ein Fragment der 2000-3000 Jahre alten altertümlichen Burg wieder aufgebaut worden. Der heilige Hain ist heutzutage ein beliebtes Ziel für alle jungen Geschichts- und Militärfreunde, dort werden altertümliche Kriegsspiele veranstaltet, alte Volkstraditionen wiederbelebt und Feiertage aus dem Volkskalender gefeiert. Naturfreunde können dagegen den Gesundheits- und Wanderweg in Kassinurme genießen.

Wenn Sie nach Jõgeva fahren, besuchen Sie unbedingt das Touristeninformationszentrum Jõgeva im Gebäude der Kreisverwaltung Jõgeva (Suur-Straße 3) – dort können Sie Karten der Region erhalten, die neuesten Informationen über Veranstaltungen erfragen und Empfehlungen darüber bekommen, welche interessanten Tätigkeiten man sich bei Jõgeva noch vornehmen kann!