Eisstraße - Markenzeichen des guten estnischen Winters

Eisstraße - Markenzeichen des guten estnischen Winters

Quelle: Visit Estonia

Text: Anneli Haabu (Stiftung MTÜ Lääne-Eesti Turism)

Text: Allan Kasesalu (Straßenverkehrsamt)

Wenn der Winter kalt ist und sich daher eine dicke Eisdecke bildet, werden in Estland alle öffentlichen Eisstraßen geöffnet. Bei geeigneten Witterungsverhältnissen kann die Gesamtlänge der Eisstraßen über 80 km betragen. Es gibt in Estland 7 offizielle Eisstraßen: zwischen der Insel Hiiumaa und dem Festland (ca. 25 km), den Inseln Hiiumaa und Saaremaa (ca. 15 km), der Insel Muhu und dem Festland (ca. 10 km), der Insel Vormsi und dem Festland (ca. 12 km), der Insel Kihnu und Festland (ca. 15 km), der Stadt Haapsalu und der Gemeinde Noarootsi (ca. 3 km), zwischen dem Hafen Laaksaare und der Insel Piirissaare (8 km).

Die Errichtung der Eisstraßen dient vor allem dem Ziel, das Leben der lokalen Bevölkerung zu vereinfachen, es geht also nicht um eine touristische Attraktion. Diese Straßen, die für Esten alltäglich erscheinen können, sind für Menschen aus anderen Kulturräumen überraschende, spannende, verblüffende oder gar unglaubliche Erlebnisse. Die Fahrt auf einer Eisstraße ist etwas, was man nicht so leicht vergisst.

  • Die Strecke Haapsalu-Noarootsi bietet eine gute Möglichkeit zu erleben, wie es ist, auf der Eisstraße zu fahren, zugleich ist es ein guter Anlass die Halbinsel Noarootsi zu entdecken.
  • Die Eisstraße Rohuküla-Vormsi ist sozusagen etwas für „Fortgeschrittene". Dieser Weg führt zur winterlichen Insel Vormsi.
  • Die Eisstraße, die nach Hiiumaa führt, bringt echte Erlebnisse für diejenige, die bereit sind für einen längeren Weg: Die 25 km Eisstraße ist eine sehr besondere Erfahrung. Es handelt sich um die längste Eisstraße Europas.
  • Die Eisstraße Saaremaa - Hiiumaa wiederum ist der schnellste Weg von der größten estnischen Insel zur zweitgrößten.
  • Auch die Eisstraße nach Kihnu ist mit ihren etwa 15 km eher für Fortgeschrittene und führt zur winterlichen Insel Kihnu, die in die Liste des immateriellen Kulturerbes von UNESCO eingetragen worden ist.

Rekorde

Die allerlängste Eisstraße, über die wir Informationen verfügen, deren Anfang sich in Estland befand, führte 1323 von der Insel Saaremaa nach Lübeck. Die längste europäische Eisstraße verbindet Rohuküla auf dem estnischen Festland mit Heltermaa auf der Insel Hiiumaa. Je nach den Eisbedingungen und der jeweiligen Route ist diese Straße etwa 24-27 km lang.

Die meisten Autos fuhren auf der Eisstraße Haapsalu-Noarootsi und zwar 2013, als diese Straße 77 Tage lang geöffnet war und von insgesamt 19979 Fahrzeugen benutzt wurde. Das einzige Jahr, in dem alle sechs Eisstraßen gleichzeitig für den Verkehr freigegeben waren, war das Jahr 2011. Damals benutzten insgesamt 55663 Fahrzeuge die Eisstraßen.

Der „Nutzfaktor" ist am größten bei der Eisstraße Haapsalu-Noarootsi: Diese verkürzt, was die Länge der durchfahrenen Strecke betrifft, den Weg des Verkehrsteilnehmers zehn Mal.

Eisstraße nach Noarootsi

Foto: Visit Estonia

Sicherheit

Die Eisstraßen sind nur bei Tageslicht für den Verkehr freigegeben. Die empfohlene Geschwindigkeit beträgt bis 25 km/h oder 40-70 km/h. Die Geschwindigkeit von 25-40 km/h sollte man vermeiden, um keine Resonanz zu erzeugen und das Eis nicht zu beschädigen.
Die Eisstraße ist die einzige Straße, wo die Sicherheitsgurte offen gelassen werden müssen. Es muss sichergestellt sein, dass sich die Türen schnell öffnen lassen; es ist verboten auf der Eisstraße anzuhalten.

Als besonders stark gilt das Eis, das gerade entstanden ist. Die Eisdecke trägt einen Menschen, wenn sie 5-8 cm dick ist. Um eine Straße zu errichten, muss die Eisdecke mindestens 20 cm dick sein. Dann dürfen Fahrzeuge mit einer maximalen Gesamtmasse von 2,5 Tonnen auf die Eisstraße.

Der Abstand der Fahrzeuge muss mindestens 250 Meter betragen, damit das Eis nicht zu sehr belastet wird und um Heckaufprall zu vermeiden. Auf den offiziellen Eisstraßen hat es in Estland keine schweren Verkehrsunfälle gegeben, kein Fahrzeug ist durchs Eis gebrochen.

Zuletzt aktualisiert: 14.06.2017

Thema: Aktivitäten & Abenteuer, Natur & Tierwelt

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