Quelle: Arne Ader

Nationalparks und Naturschutzgebiete

Nachdem im Jahr 2018 im Osten des Landes das Gebiet Alutaguse hinzukam, gibt es heute sechs große Nationalparks in Estland. Darüber hinaus verfügt das Land über einige Naturschutzgebiete.

Der größte und älteste Nationalpark – Lahemaa im Norden des Landes gelegen – bietet eine abwechslungsreiche Ostseeküste mit felsigen und sandigen Abschnitten, im Inneren der Halbinsel schöne Wiesen und Moorgebiete. Lahemaa ist außerdem eines der wichtigsten Waldschutzgebiete in Europa, in dem viele große Wildtiere leben. Bekannt und bei deutschen Besuchern besonders beliebt sind auch die großen Herrenhäuser der drei Gutshöfe Palmse, Sagadi und Vihula, die deutsch-baltische Geschichte schnuppern lassen.

Der Nationalpark Matsalu befindet sich an der Westküste Estlands, südlich des Kurbades Haapsalu. Das Gebiet dient alljährlich etlichen Zugvögeln als Zwischenstation auf ihren Migrationsrouten zwischen Arktis und Westeuropa. Der Park ist bei professionellen wie hobbymäßigen Ornithologen beliebt und ein echtes Paradies der Vogelbeobachtung.

Der Soomaa Nationalpark, der halb zu Süd- und halb zu Westestland gehört, besticht durch seine Hochmoore und die schönen Wanderwege, die den Besucher durch diese einzigartige Landschaft führen. Hier kann man außerdem die so genannte „fünfte Jahreszeit“ erleben. So heißt in Estland die Zeit der Schneeschmelze vor allem zwischen Winter und Frühjahr, wenn sich der Nationalpark mit Hochwasser füllt und man mit dem Kanu durch die Wälder fahren kann.

Der Nationalpark Vilsandi besteht aus rund 150 kleinsten Inselchen im Westen der Insel Saaremaa und bietet Vogelfreunden und Robben-Fans, was ihr Herz begehrt. Hier können Seevögel und Kegelrobben in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden. Es finden sich auch viele Fossilien, wie beispielsweise versteinerte Korallen. Außerdem ist der Nationalpark tatsächlich ein Geheimtipp für Orchideenfreunde!

Karula ist mit seinen rund 11.000 Hektar der kleinste Nationalpark Estlands. Er liegt im Süden, verteilt über die beiden Landkreise Valgamaa und Võrumaa. Es ist der Nationalpark der Seen. 40 Stück finden sich zwischen den sanften grünen und bewaldeten Hügeln. Hier kann man herrlich wandern!

Der jüngste unter den sechs estnischen Nationalparks Estlands ist Alutaguse. Er liegt im Nordosten und ist das größte Nadelwald- und Sumpfgebiet Estlands. Viele andernorts bereits selten gewordene Tierarten sind hier noch heimisch, beispielsweise See- und Steinadler, fliegende Eichhörnchen und Braunbären.

Das bekannteste Schutzgebiet Estlands ist das Landschaftsschutzgebiet Kõrvemaa, in dem sich große Wälder und Moore abwechseln. Ebenfalls reich an Mooren und Quellen: das Naturschutzgebiet Endla. Einzigartig auch Peipsiveere, das Mündungsgebiet des Flusses Emajõgi am Peipus-See.

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