Die TOP 10 Industrieperlen in Westestland

Quelle: Olev Mihkelmaa

Die TOP 10 Industrieperlen in Westestland

Autor:

Anneli Haabu
Tourismus in Westestland

Autor:

Liina Pulges
Tourismus in Westestland


Das Interesse an Leuchttürmen als Objekte der Meereskultur ist gestiegen und Dank dessen werden die geschichtlichen Leuchttürme erhalten und sind in alternativer Nutzung als Tourismusobjekte. 

Der seit dem Jahr 1531 Licht auf das Meer werfende Leuchtturm von Kõpu ist bestimmt einer der drei ältesten ununterbrochen in Nutzung gewesener Leuchttürme, nach manchen Angaben der Älteste. Von Hiiumaa führte die wichtigste Ost-West-Handelsstraße in Nordeuropa und die Kaufleute beklagten das Verschwinden von Schiffen auf der Ostsee. So wurde dann auch zur Warnung der Schiffe vor dem Riff Neckermannsgrund (Hiiu madal) in Höhe von 67 m über dem Meeresspiegel auf den höchsten Punkt von Hiiumaa der Leuchtturm von Kõpu gebaut. Die gusseisernen Konstruktionen der Leuchttürme von Ristna und Tahkuna wurden bei dem Ingenieur Gustave Eiffel projektiert und gefertigt und wurden aus Frankreich transportiert. Sie wurden versehentlich verwechselt, so dass der weniger wichtige Turm von Tahkuna jetzt sogar höher und sichtbarer ist.

Die Höhe des sich auf Saaremaa an der Spitze der Halbinsel Sõrve befindliche Leuchtturm von Sõrve beträgt 53 m über dem Meeresspiegel. Das Gebäude des Besucherzentrums ist das Wohnheim der ehemaligen Mitarbeiter des Leuchtturmörtchens, in dem es auch eine Exposition zu den estnischen Leuchttürmen gibt.

Alle vier Leuchttürme können besucht werden und man kann auf ihre Spitze steigen, um einen Blick auf wundervolle Wälder und das Meer zu werfen.

Wenn man von Windmühlen spricht – den Bereichern der Landschaft und die Zeugen der harten Arbeit der Vorfahren, dann muss man natürlich nach Saaremaa kommen. Vier von fünf Mühlen des Mühlenbergs von Angla, der seine ursprüngliches Aussehen erhalten hat, sind typische Bockmühlen von Saaremaa. Im sich auf dem Gelände befindliche Kulturerbe-Zentrum von Angla kann man unter der Anleitung der Meister an Workshops teilnehmen – in der Tonwerkstatt, der Wollwerkstatt, der Filzwerkstatt oder das Backen eines hausgemachten Brotes auszuprobieren. Eines der Symbole der Insel Muhu, in der Windmühle von Eemu, kann man die Konstruktion und den Funktionsgrundsätzen der Windmühlen kennenlernen, selbst mit dem Handstein Mehl mahlen und vom Müller Souvenirs kaufen.

Der Bezirk Lümanda auf Saaremaa hat sich geschichtlich zum Gebiet des Abbaus von Kalkstein und der Kalkverbrennung entwickelt. Auf fast 10 bis 15 Hektar wurden die Ruinen von 16 Kalköfen gezählt, die Herstellung von Kalk funktioniert dort noch heute auf Grund einer ähnlichen Technologie wie vor 90 bis 100 Jahren, natürlich mäßig modernisiert. Der Wanderweg, der die Herstellung von Kalk vorstellt, zusammen mit dem Zentralgebäude bilden zusammen den unikalen Kalkpark von Lümanda, wo man das Brennen von Kalk und Teer verfolgen, an Seminaren, Workshops und geführten Exkursionen teilnehmen, auf dem Erlebnisweg spazieren und ein Picknick halten kann.


Die Wichtigkeit der in den Jahren 1903 bis 1905 zur Bedienung des Kurorts Haapsalu gebauten Eisenbahn kann man nicht unterschätzen. Der ehemalige Endbahnhof Haapsalu stellt die Geschichte der estnischen Eisenbahn mit den sich in Alterspension befindlichen Zügen, seinem geheimnisvollen und stolzen Bahnhofsgebäude, dem Bahnsteig mit einem ungewöhnlich langen Dach und dem kaiserlichen Pavillon vor. Im sich im alten Bahnhof befindlichen Eisenbahn- und Telefonmuseum kann man auch die Entwicklung und die Geschichte der Kommunikationsmittel vom Telegrafen und dem Telefon mit einer Kurbel bis zu Mobiltelefonen und Computern sehen. Der sich an der Eisenbahnlinie Keila-Haapsalu befindliche Wasserturm aus der Zarenzeit erfüllte seine ursprüngliche Funktion – die Versorgung der Dampfloks mit Wasser – bis in die 1970er Jahre. Das Wasser wurde in den Tank, der sich auf der Höhe von fast 15 m befand, durch eine Pumpstation, die mit einer Dampfpumpe ausgestattet war, gepumpt, im unteren Stockwerk aber war die Wasserwärmanlage bzw. Kessel, mit dem das Einfrieren des Wassers verhindert wurde.

Auf der estnischen Museumseisenbahn im Lavasaare im Landkreis Pärnu kann man im Sommer mit einem Dampf- und Dieselzug fahren. Die 80 Rolleinheiten der aus den 1980ern stammende Außenexposition des Museum, darunter fünf Dampfloks, über 700 unterschiedliche geschichtlichen Fotos, Gegenstände und Dokumente geben einen Überblick über die Geschichte der Schmalspurbahn in Estland.

Museumseisenbahn in Lavasaare

Foto: Olev Mihkelmaa


Torf als Rohstoff und die Erhaltung der Geschichte seiner Verarbeitung für die Gegenwart und Zukunft ist in einem Symbolgebäude des Landkreises Pärnu zu sehen, in der 1938 fertiggestellten Brikettfabrik bzw. in dem estnischen Torfmuseum. In der Nähe des Museum beginnt die in das Mohr führende Eisenbahn, auf welcher man mit dem ehemaligen Torfzug fahren kann.

Zuletzt aktualisiert: 16.11.2018

Thema: Westestland, Die Inseln, Geschichte & Kultur

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