Orte, deren Flair verloren zu gehen beginnt

Quelle: Mart Vares

Orte, deren Flair verloren zu gehen beginnt

Es gibt in Estland viele schöne und gepflegte Sehenswürdigkeiten. Aber es gibt auch Orte, die unverdient im Schatten geblieben sind und sich in Auflösung befinden. Der Sommer ist die Urlaubs- und Wanderzeit. Nutze die Möglichkeit, attraktive und besondere Orte und Bauwerke kennenzulernen. Erlebe eine spannende Orientierungswanderung und finde den Weg auch zu weniger besuchten und andersartigen Orten. Heute ist es noch möglich, den Flair von Orten zu empfinden, obwohl die Zeit ihre Arbeit tut und die Spuren langsam verloren gehen.  

Romantik von Naissaare

Foto: Mart Vares, Visit Estonia

 

Die Spuren der sowjetischen Zeit

Nicht weit von Tallinn findest du die natürlich schöne und von Touristen unberührte Insel Naissaar. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel sind die Schmalspurbahn, der Garten des dänischen Königs, das Minenlager der sowjetischen Marine, verschiedene Meeresfestungen, die küstenschwedische Maria-Kirche und der Friedhof. Wenn du dich auf der Insel befindest, besuche auch den Leuchtturm von Naissaare, der eine lange Geschichte hat. Auf der Insel kann man sich zu Fuß, mit dem Fahrrad, auf sowjetischen Transportern und sogar mit dem Zug fortbewegen. Die Wanderwege haben verschiedene Schwierigkeitsgrade. 

Paldiski war sowohl im früheren russischen Imperium, als auch in der Sowjetunion einer der wichtigsten militärischen Stützpunkte. Schau dir an, wie sich die Stadt des größten Übungszentrums der Atom-U-Boot-Fahrer in der früheren Sowjetunion bis heute verändert hat. Es lohnt sich auch, dem Hauptgebäude des Bahnhof Paldiski einen Besuch abzustatten, der im einzigartigen militärhistorischen Stil erbaut wurde und in der ursprünglichsten Form der Bahnhofsgebäude dieser Art in Estland erhalten ist.

Paldiskier Nostalgie

Foto: Mart Vares, Visit Estonia

Die Halbinsel Pakri war für den Durchschnitts-Menschen aufgrund der Tätigkeit der sowjetischen Armee unzugänglich. Deshalb kann man sagen, dass es sich um einen eigentümlich spannenden und geheimnisvollen Ort handelt, über den Legenden sowohl von mystischen U-Booten als auch von UFOs, die von Soldaten gefunden wurden, erzählt werden. Aber Pakri bietet auch für Natur- und Kulturinteressierte Entdeckungsfreuden. Hier sind die Steilküste, der originelle Leuchtturm, die artenreich Vogelschaft, seltene Pflanzen und Wildtiere hervorzuheben.

Die Zeit ist stehengeblieben

Das legendäre vorgeschichtliche Dorf Kurese liegt im Landkreis Pärnu. Es ist ein Haufendorf mit vorgeschichtlichen Strukturen, das heutzutage verlassen ist. Überall wurde als Baumaterial weißer Kalkstein benutzt und man kann sehr gut verschiedene Arten von Dorfgebäuden begutachten.

Wusstest du, welches die viertgrößte Insel Estlands ist? Als Tipp kann man sagen, dass die Insel nach dem isländischen Wikinger Orm (bzw. Schlange) benannt wurde. Auf Vormsi ist es empfehlenswert eine Radtour zu machen, die durch die ursprünglichen Dörfer der Küstenschweden, durch die schöne Natur und vorbei an den örtlichen Sehenswürdigkeiten führt.

Atmosphäre von Matsalu

Foto: Visit Estonia

Das Naturschutzgebiet von Matsalu wurde zum Schutz des Lebensraumes ruhender, mausernder und nistender Vögel gegründet. Heute hat sich daraus der Nationalpark Matsalu entwickelt, wo es zahlreiche Naturpfade und 7 Vogelbeobachtungstürme gibt. In der Mitte des flachen Landes erheben sich nur die Hügel aus weißem Kalkstein – der Berg Kirbla und der Berg Salumägi von Salevere. In Matsalu steht neben der grandiosen Natur auch der Erhalt des Kulturerbes an wichtiger Stelle.

Aussterbende Fähigkeiten

Heutzutage wird die Fähigkeit des Strickens wieder geschätzt. Wo früher in den Bauernhöfen Schafe gehalten und aus ihrer Wolle Garn hergestellt wurde, kaufen die fleißigen Hände heutzutage das Strickmaterial in einem Geschäft. Deshalb ist es interessant im Wollzentrum von Kabala kennenzulernen, wie dieser Arbeitsprozess früher vonstatten ging. In Kabala arbeiten heute noch mehr als 100 Jahre alte Maschinen und hier kann man eigene Wolle zu Garn spinnen lassen.

Aus der alten Windmühle Puraviku ist ein prächtiges Gebäude entstanden. Der Wind wird hier nicht mehr eingefangen; stattdessen ist eine Schmiede entstanden, in der faszinierende und einzigartige Schmiedeerzeugnisse hergestellt werden. Obwohl die Fertigkeiten des Schmiedehandwerks allmählich aussterben, kann man sich hier noch in die Geheimnisse der Schmiedearbeit vertiefen und zur eigenen Freude z.B. Münzen herstellen.

Zuletzt aktualisiert: 25.09.2018

Thema: Westestland, Die Inseln, Geschichte & Kultur, Natur & Tierwelt

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