Narwa – Grenzstadt zwischen zwei Welten

Quelle: Olga Smirnova, Visit Estonia

Narwa – Grenzstadt zwischen zwei Welten

Ganz im Osten des Landes liegt Narwa. Es ist die drittgrößte Stadt Estlands (nach Tallinn und Tartu) und Grenzstadt zu Russland. Kultur begegnet einem hier auf Schritt und Tritt und die Stadt nimmt eine interessante und wichtige Mittlerrolle zwischen zwei Kulturen ein.


Die überwiegende Mehrzahl der hier lebenden Einwohner sind ethnische Russen. Und dennoch versteht Narwa sich selbstverständlich als estnische Stadt. Die Atmosphäre ist eine besondere – was natürlich daran liegt, dass man hier viel Russisch hört und nur über den Fluss schauen muss, um nach Russland zu blicken.


Historie überall

Menschen mit Interesse an Geschichte und Sinn für Kultur werden in Narwa einiges entdecken. Angefangen von dem Wahrzeichen der Stadt – der Hermannfeste mit dem „Langen Hermann", dem 51 Meter hohen Turm. Die Burg wurde einst von Dänen erbaut und ging im Mittelalter an den Deutschen Orden über. Direkt vis-à-vis, auf russischer Seite des Flusses, ließ Zar Iwan III. im späten 15. Jahrhundert das Pendant bauen: die Festung Iwangorod.

Die Hermannfeste

Foto: Olga Smirnova, Visit Estonia

In der Hermannfeste ist heute das Narwa-Museum untergebracht, deren gerade eröffnete neue historische Dauerausstellung in jedem Fall einen Besuch lohnt. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist eine Besichtigung der Fabrik Kreenholm. Sie liegt auf einer Insel mitten Im Fluss Narwa und war zu Beginn des 20. Jahrhunderts die größte Produktionsstätte im gesamten russischen Imperium; hier arbeiteten bis zu 10.000 Menschen.

Im Narwa Museum

Foto: Aron Urb, Visit Estonia

Die Dauerausstellung in der frisch renovierten Victoria Bastion erzählt die erfolgreiche Geschichte der Verteidigungsanlagen der Stadt. Hier unten im Schießpulverkeller und den Kasematten atmet man Geschichte.

Der deutsche Friedhof in Narwa ist der größte Militärfriedhof Estlands. Nirgends sonst sind so viele gefallene Soldaten an einem Ort beerdigt wie hier.


Das heutige Narwa

Abends hübsch illuminiert: Burg und Promenade

Foto: Julia Stantsik, Visit Estonia

Aber Narwa ist natürlich nicht nur als historische Stadt interessant. Sie vereint im Hier und Jetzt zwei Welten: die europäische und sehr westlich orientierte der estnischen Nation und die benachbarte und deutlich traditionellere russische. Wer durch die Stadt schlendert, wird dieses Flair spüren.

Zwei größere Hotels seien für Übernachtungen empfohlen: Das Inger Hotel liegt sehr zentral im Zentrum der Stadt, ganz in der Nähe der Burg und der Stadthalle. Auch das Hotel Narva liegt zentral direkt in Nachbarschaft des Bahnhofes.

Für Kulinariker: Lokale Spezialitäten kann man sehr gut im Restaurant Rondeel probieren. Und das Café Muna befindet sich im Erdgeschoss des modernen Uni-Gebäudes; auch hier gibt es, wie in den meisten estnischen „Kohviks", eine kleine Speisekarte, die das Durchtesten lohnt.

Die hübsche Lage Narwas am gleichnamigen Fluss bietet zum einen die Möglichkeit für einen Spaziergang entlang der schönen Promenade. Wer unternehmungslustiger ist und ein bisschen Zeit mitbringt, kann allerdings auch mit einem alten Holzboot gemächlich bis zur Flussmündung schippern.

Für Segler gut zu wissen: Narwa verfügt über einen kleinen Yachthafen mit 20 Anlegeplätzen. Die üblichen Diensleistungen (Strom, Frischwasser, Café, Sauna) sind vorhanden.

Der etwa 15 km vom Stadtzentrum entfernte Strand Narva-Jõesuu ist mindestens in der warmen Jahreszeit einen Besuch wert. Es ist mit 12 Kilometern Länge der längste Sandstrand Estlands und im Sommer beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen. 

In Narva-Jõesuu finden sich auch einige empfehlenswerte SPA-Hotels bzw. Wellness-Einrichtungen:




Zuletzt aktualisiert: 15.11.2020

Thema: Nordestland, Geschichte & Kultur

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