Die Insel Saaremaa – ein nachhaltiges Urlaubsziel

Quelle: Visit Estonia

Die Insel Saaremaa – ein nachhaltiges Urlaubsziel

Nachhaltiger Tourismus liegt weltweit im Trend. Aber was macht einen Ort eigentlich zu einem nachhaltigen Reiseziel? Saaremaa – die größte estnische Insel und die größte Insel der gesamten Ostsee – hilft dabei, diese Frage zu beantworten.


Nachhaltigkeit bedeutet keineswegs nur, dass Treibhausgase oder andere Schadstoffe reduziert werden; es handelt sich um ein viel breiteres Konzept, das auf Umweltbewusstsein und auf ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur setzt.

Saaremaa: Naturschutz und Umweltbewusstsein

Foto: Visit Estonia

Im Jahr 2020 wurde Saaremaa auf der größten Tourismusmesse Nordeuropas, der finnischen MATKA, offiziell als nachhaltige Destination anerkannt. Grund genug uns anzuschauen, was Saaremaa in diesem Sinne alles richtig macht.


Die reiche Natur Saaremaas

Saaremaa bildet gemeinsam mit weiteren westestnischen Inseln ein Biosphärenreservat und gehört zum UNESCO-Umweltprogramm „Der Mensch und die Biosphäre". Der Umstand, dass die natürliche Inselwelt über Jahrhunderte von hart arbeitenden, aber glücklichen und lebenslustigen Menschen bewahrt wurde, hat samt der lebendigen Traditionen dieser Menschen besondere Anerkennung erfahren, weil es der Bevölkerung gelungen ist, den Schritt in die Moderne im Einklang mit der Natur zu vollziehen.

Ein Paradies für Vogel-Freunde

Foto: Remo Savisaar, Visit Estonia

Neben dem Vilsandi-Nationalpark – einer von sechs Nationalparks Estlands – gibt es auf Saaremaa mehrere Naturschutzgebiete, zwanzig besonders geschützte Parks und einige Dutzend Naturlehrpfade und Wanderwege. Von 38 in Estland beheimateten blühenden Orchideenarten wachsen 36 auf Saaremaa, was im Frühling regelmäßig viele Blumen- und Gartenfreunde anzieht. Außerdem ist die Insel ein Paradies für Ornithologen und hobbymäßige Vogelbeobachter; für viele, auch seltene, Zugvogelarten ist sie einer der Hauptrastplätze auf den Frühjahrs- und Herbstflugrouten.


Insel-Traditionen

In kongenialer Ergänzung zur reichhaltigen Natur verfügt Saaremaa über einige Traditionen, die von den Insulanern mit Stolz bewahrt werden. Zu festlichen Anlässen trägt man beispielsweise nach wie vor bunte Volkstrachten, die selbstverständlich auf der Insel in Handarbeit hergestellt werden. Seit Jahrhunderten wird in den Haushalten Saaremaas Bier gebraut und Brot gebacken. Und auch die Seifenherstellung ist hier seit Ewigkeiten heimisch.

Manch traditionsbewusster Jungmann tritt in die Fußstapfen seiner Ahnen und widmet sich beruflich dem Fischfang. Auf Saaremaa und der Schwesterinsel Muhu ist zwischen Frühjahr und Herbst Fischsaison. Der tagesfrische Fang landet direkt aus dem Meer auf den Tellern der Restaurants und Haushalte – oder im Räucherofen; der geräucherte Inselfisch ist eine besondere Delikatesse.

Reetdach-Haus auf Saaremaa

Schilf ist ein nachhaltiges Material, das auf der Insel in rauen Mengen wächst

Foto: Aron Urb, Visit Estonia

Eines der Traditionsmaterialien der Insel ist Schilf. Man sieht hier, insbesondere in den kleineren alten Dörfern, noch immer viele Häuser mit reetgedeckten Dächern. In jüngerer Zeit haben findige Geister Schilf als Alternative zu Kunststoff entdeckt; inzwischen leben mehrere junge Familien auf Saaremaa von der Produktion von Schilf-Trinkhalmen und tragen damit zur nachhaltigen Wirtschaft auf der Insel bei. Der dient auch die Weiterverwendung ausgedienter Weihnachtsbäume, aus denen hier tatsächlich Tonic produziert wird – ein Gedicht als Verlängerung des ebenfalls auf der Insel hergestellten Gins.


Essen auf Saaremaa

Die Inselkost ist frisch und aus besten natürlichen Zutaten

Foto: Aron Urb, Visit Estonia

Wald und Meer spielen die wichtigsten Rollen im Speiseplan der Insulaner und auch für die meisten Restaurants der Insel ist dasjenige, was die regionale Natur den Menschen schenkt, Hauptzutat und Maßstab der örtlichen Kochkunst. Die meisten Nahrungsmittel stammen aus dem Meer und von den Insel-Bauernhöfen. In den Speisekarten einiger Restaurants ist sogar die genaue Herkunft der verwendeten Haupt-Zutat vermerkt. Der morgens gefangene Fisch liegt mittags auf den Tellern der Restaurantgäste. Es wird in den Inselküchen viel Wert auf Frische, Qualität, Naturbelassenheit und Regionalität gelegt. Das zahlt sich aus: Laut White Guide – dem bekannteste Gastronomieführer Nordeuropas – befinden sich 10% der besten estnischen Restaurants auf den Inseln Saaremaa und Muhu.


Nachhaltige Verkehrsmittel

Der öffentliche Nahverkehr auf Saaremaa wird auch zunehmend umweltfreundlich. Eine der Fähren, die zwischen dem Festland und der Insel Muhu verkehren, fährt mittlerweile mit einem Hybridantrieb. Auf den Hauptrouten der Insel verkehren Insel-Busse, die für Insulaner wie für Touristen kostenlos sind.

Die Fähre "Töll" 

Sie verkehrt zwischen dem Festland und der Insel Muhu und ist das erste umweltfreundliche Hybridschiff Estlands.

Foto: Alexander Gu, Visit Estonia

Das Haupt-Verkehrsmittel auf Saaremaa ist allerdings ohnehin das Fahrrad. Die Insel ist flach und auf den Straßen sind – abgesehen vom Hauptort Kuressaare und der Schnellstraße nach Muhu – wenig Autos unterwegs. Ideale Bedingungen also, um das nachhaltige Paradies Saaremaa auch mit einem der nachhaltigsten Verkehrsmittel zu erkunden. Schöner Nebeneffekt: Man kommt mit dem Rad überall hin und es macht einfach riesigen Spaß!

Besuchen Sie Saaremaa – Sie werden begeistert sein!




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