Mit dem Wohnmobil durch den Norden Estlands

Quelle: Visit Estonia

Mit dem Wohnmobil durch den Norden Estlands

Je nachdem, wie viel Zeit Sie haben, lassen sich abseits der hier vorgeschlagenen Route natürlich noch viele weitere Entdeckungen machen. Unsere Tour deckt einige der Hauptattraktionen im estnischen Norden ab und führt Sie über schöne und passende Straßen. Lassen Sie uns losfahren!


Von Tallinn aus geht es zunächst auf der B1/E20 stadtauswärts gen Osten, in Richtung Narwa. Die Straße ist hier zu Beginn mehrspurig ausgebaut und erinnert an eine Autobahn; das ändert sich aber bald. Dann wird sie wieder einspurig und auch so friedlich wie man das von Estland eigentlich kennt.


Der Jägala-Wasserfall

Foto: EAS, Visit Estonia

Dieser hübsche Wasserfall ist der erste lohnende Stopp und wartet bereits nach wenigen Kilometern. Unmittelbar hinter der Ortschaft Koogi verlassen Sie die B1 und begeben sich dann auf die L260/L261 direkt in den Ort. Sie durchqueren ihn und gelangen am Ende automatisch auf den Parkplatz am schönen Jägala Wasserfall.


Der Nationalpark Lahemaa

Ob Sie vom Wasserfall aus lieber zurück auf die B1 und dort weiter ostwärts oder über die kleinen Landstraßen weiterfahren, ist Geschmackssache. Auf Letzteren gibt es natürlich deutlich mehr zu sehen. Jedenfalls geht es nach dem Wasserfall-Erlebnis weiter zur nächsten Station: dem Lahemaa Nationalpark.

Das Viru Hochmoor im Lahemaa Nationalpark

Foto: Alexander Gu, Visit Estonia


Hier können Sie nach Herzenslust Natur- und Kulturerlebnisse kombinieren. Wie wär's mit einer Wanderung auf den Holzbohlenwegen des Viru Hochmoores? In den Moorseen kann man auch baden! Das Wasser wirkt verjüngend – fünf Jahre sind mindestens drin! Und schauen Sie sich unbedingt die drei schönen Herrenhäuser auf dem Gebiet des Nationalparks an: Die Gutshöfe Palmse, Sagadi und Vihula sind sehr ansehnliche und sorgsam renovierte Relikte aus den Zeiten des deutsch-baltischen Adels.

Wir empfehlen, auch dem äußersten Nordzipfel des Nationalparks einen Besuch abzustatten. Hier, unmittelbar an der Ostseeküste, befinden sich zwei hübsche kleine Siedlungen: Käsmu mit seinem skurrilen Meeresmuseum und seinen riesigen Findlingen (im Sommer finden hier auch einige Musikfestivals statt) und das Fischerdörfchen Altja.


Über Rakvere an die Küste

Wir machen einen kleinen Abstecher ins Landesinnere und besuchen die Stadt Rakvere mit ihrer Burgruine, um dann wieder Kurs auf die Ostseeküste zu nehmen und einen der schönsten Campingplätze Estlands anzusteuern: den Mereoja Campingplatz mit Meerblick.

Ein schöner Campingplatz: Mereoja

Foto: Visit Estonia, Mereoja Camping


Sollten Sie nach diesem ersten Besichtigungstag Hunger haben, haben wir hier einen ganz besonderen Tipp: Sie können vom Campingplatz aus den Strand gen Osten entlanglaufen und kommen nach etwa anderthalb Kilometern zum lauschig an der Küste gelegenen Restaurant Tulivee. Es lohnt sich!

Ganz in der Nähe des Campingplatzes befindet sich auch die kleine Festung Purtse, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten, bevor Sie zu neuen Ufern aufbrechen.


Die Steilküste Ontika und der Oru-Park in Toila

Steuern Sie als Nächstes am besten den Gutshof Saka an. Er liegt direkt an der bis zu 55 Meter hohen Steilküste Ontika. Hier können Sie parken und wenn Sie über das Gelände des Gutshofes Richtung Ostsee laufen, finden Sie wenige Meter linkerhand eine Stahltreppe, die in Serpentinen bis auf den Strand führt.

Die beeindruckende Steilküste Ontika

Foto: Silver Kämära, Visit Estonia


Sie können die nächste Etappe unbesorgt auf den netten kleinen Sträßchen an der Küste zurücklegen; die sind alle asphaltiert. In Toila orientieren Sie sich an den Schildern, die Sie zum Gymnasium („Gümnaasium") leiten. Denn genau dieses befindet sich im ehemaligen Gutshaus und von hier aus haben Sie direkten Zugang zum teils naturbelassenen, teils angelegten Oru-Park. Hier finden Sie auch den ikonischen Pavillon mit herrlichem Blick übers Meer.


Über Sillamäe nach Narwa

Sillamäe ist eine am Reißbrett entworfene Stadt mit astreiner stalinistischer Architektur. Man sollte sich das angesehen haben, wenn man ohnehin in der Nähe ist – und das sind Sie hier.

Stalinistische Architektur in Sillamäe

Foto: Anton Makarjev, Visit Estonia

Die estnisch-russische Grenzstadt Narwa besticht durch ihre Burganlage, die schöne Promenade, einige nette Restaurants und Cafés und natürlich mit dem Flair der Berührung zwischen West und Ost. Hier spürt man, dass Russland direkt auf der anderen Seite des Flusses beginnt.


Vom Nordufer des Peipus-Sees nach Paide

Der Peipus-See ist siebenmal größer als der Bodensee; die estnische Landesgrenze zu Russland verläuft mitten im Wasser. Am Nordufer des Sees gibt es mit Kauksi einen wirklich schönen Strand, falls Ihnen nach Sonne und Baden ist.

Anschließend geht es über Avinurme weiter nach Paide; hier wurde übrigens der bekannte estnische Komponist Arvo Pärt geboren. Paide ist ein nettes kleines Städtchen mit einer Burg und einem Park, in dem sich's gut flanieren lässt.

Ganz in der Nähe befindet sich ein empfehlenswertes Restaurant im Gutshof Põhjaka, in dem man sich mittags für die Weiterfahrt stärken kann.


Man gleitet auf leeren Straßen durch herrliche Landschaften

Foto: Visit Estonia


Soweit unser Vorschlag für die Entdeckungstour durch Nordestland. Von Paide aus, das unmittelbar an der großen Straße Tallinn-Tartu liegt, können Sie sich nun entscheiden: Zurück in die Hauptstadt oder weiter gen Süden ... Denn auch in Südestland gibt es natürlich viel zu erkunden!


Zuletzt aktualisiert: 28.09.2020

Thema: Campingurlaub, Tallinn, Nordestland