Wanderweg Ranniku: Empfehlungen

Quelle: Tõiv Jõul

Wanderweg Ranniku: Empfehlungen

Autorin:

Anneli Haabu

Lääne-Eesti Turism


Der entlang der Ostseeküste verlaufende Wanderweg Ranniku ist ein Teil des europäischen Fernwanderwegs E9. Der Wanderweg beginnt im Dorf Nida an der Grenze von Litauen und Lettland und endet in Estland im Hafen Tallinn. Die Gesamtlänge der Route ist 1200 km, 580 km in Lettland und 620 km in Estland. Auf der Route kann man in beide Richtungen wandern – Tallinn kann auch der Anfangspunkt sein. 

Auf der Route Nida – Liepāja – Ventspils – Kolka – Jūrmala – Riga – Saulkrasti – Heinaste – Ikla – Pärnu – Virtsu – Lihula – Haapsalu – Paldiski – Tallinn kann man über 500 Natur-, historische und Kulturobjekte sehen. Der Wanderweg Ranniku umfasst auch die estnischen Inseln Kihnu, Saaremaa, Muhu, Hiiumaa, Vormsi, Osmussaar.


Wie sollte man den Wanderweg Ranniku begehen?

Der Wanderweg Ranniku besteht aus 8 größeren Etappen, die sich wiederum in 60 eintägige Spaziergänge gliedern, deren Länge zwischen 15-25 km liegt und jeder Tag als eine separate Route betrachtet werden kann.

Die Etappen in Estland sind die Küste der Bucht Pärnu und Fischerdörfer (Ikla – Virtsu 228 km, Dauer 11 Tage), Nationalpark Matsalu und die Inseln West-Estlands (Virtsu – Rohuküla 100 km, Dauer 5 Tage, darüber hinaus Saaremaa, Muhu, Hiiumaa und Vormsi), Haapsalu und Dörfer der Küstenschweden (Tuuru – Nõva 136 km, Dauer 6 Tage) und die Glintküste und Wasserfälle im Nordwesten Estlands bis nach Tallinn (Nõva – Tallinn 158 km, Dauer 8 Tage).

Die Etappen in Lettland sind Dižjūra (Ostseeküste Kurland), Mazjūra (Kurland-Küste der Bucht Riga), Jūrmala und Riga (die beliebteste Kurortstadt und Hauptstadt Lettlands) und die Küste Vidzeme (Ostküste der Bucht Riga).

  • man kann an jeder zugänglichen Stelle beginnen und in beide Richtungen gehen;
  • unterschiedliche Etappen können entweder mit ÖPNV befahren oder zum Beispiel mit Unterbringungsorten die Logistik und Gepäckbeförderung vereinbart werden;
  • bei der Orientierung in der Natur sind Wegweiser und Auskunftsstände, Markierungen in weiß-blau-weiß an den Bäumen und sonstigen Naturobjekten behilflich, in Dörfern und Städten gibt es Aufkleber an Verkehrszeichen und Strommasten.
  • wenn der Weg für eine längere Zeit der Küste entlang verläuft und es keine Richtungsänderung gibt, gibt es keine Kennzeichnung.

In Lettland verläuft der Wanderweg hauptsächlich an den Sandstränden und Küstenwiesen. In Estland liegt der Weg zwischen Haapsalu und Tallinn ca. 100 km an der Küste, anderswo ist die Küstenlinie zergliedert und besteht aus vielen Landzungen, Feuchtgebieten, Röhrichten oder Küstenwiesen, so dass man die restlichen ca. 500 km auf den an der Küste liegenden Wegen und teilweise auch am Rand von Autostraßen begehen kann. In Städten und Siedlungen verläuft der Wanderweg Ranniku auf Gehsteigen.

Die Route ist zu jeder Jahreszeit begehbar. In der sommerlichen Tourismussaison halten sich mehr Menschen an der Küste auf, so dass man eine Unterbringung am Meer schon früher buchen sollte. Im Sommer kann die Temperatur des Meereswassers bis auf +18–20 °C steigen, so dass man baden gehen kann. Im Herbst durch den Wald laufend begegnet man mehr Farben – das Laub ist bunt, es gibt Pilze und Beeren. Dies ist auch die Zeit des Vogelzugs. Im Winter sollte man beachten, dass die Mehrheit der Dienstleistungen nicht erhältlich zu sein brauchen. Wenn Schnee und Frost andauern, dann warum nicht eine Etappe mit Skiern befahren. Im Frühjahr kann man aber das Erwachen der Natur miterleben – Flieder duften, Vögel ziehen aus Süden zurück, Bäche plätschern und Knospen gehen auf.

Gefährliche Naturkatastrophe sind der Ostseeküste nicht eigen, jedoch sollte man berücksichtigen, dass beim Spazieren an der Küste Windböen von hinten schieben können.   Ebbe oder Flut, die am Bewegen an der Küste hindern würden, kommen nicht vor, die Küste ist jedoch veränderlich und bei jedem nächsten Mal kann es an derselben Stelle ganz anders sein.

Nützliche Tipps

  • nimm Bargeld (Euro) mit, weil es nicht immer einen Geldautomaten in der Nähe gibt;
  • beim Überqueren der Grenze zwischen Estland und Lettland braucht man ein Reisedokument;
  • wichtig sind komfortable und passende Schuhe sowie feuchtigkeits- und windfeste Kleidung; nimm eine Mini-Apotheke, zur heißen Zeit Sonnenschutz und Insektenabweiser mit;
  • zum Laden des Telefons ist ein systemexterner Akku nützlich, an gewissen Stellen kann es keinen Funkempfang geben, in den meisten Unterbringungs- und Verpflegungsstätten gibt es WiFi;
  • Zelte aufstellen und Lagerfeuer machen darf man nur an den dazu vorgesehenen öffentlich genutzten Erholungsstätten, am Strand ist es verboten;
  • vergewissere dich, dass Waldbesuch wegen Brandgefahr nicht verboten wäre. Auskunft über Brandgefahr in Lettland findet man auf der Webseite www.lvgmc.lv, in Estland – www.emhi.ee. im Brandfall ruf 112 an;
  • in der Ostsee gibt es keine für Menschen giftigen und gefährlichen Pflanzen- oder Tierarten, Kreuzotter ist die einzige Giftschlangenart, die man auf einem  Pfad in der Sonne liegen sehen kann. Von der Küste entfernt können Zecken vorkommen.
  • Auswahl an Unterbringungsmöglichkeiten ist in unterschiedlichen Etappen des Wegs unterschiedlich, buche frühzeitig, weil in der Hochsaison Plätze an der Küste besetzt sein können;
  • Anzahl der Verpflegungsanbieter ist abhängig vom Küstenteil ebenfalls unterschiedlich. Es gibt Unternehmen, die nur im Sommer tätig sind, so dass es vernünftig ist, anzurufen;
  • die am Wanderweg Ranniku liegenden kostenlosen öffentlichen Erholungsstätten sind mit Überdachungen, Tischen, Bänken, Müllkästen und in vielen Fällen auch mit Lagerfeuer- oder Grillplätzen und Toiletten ausgestattet;
  • Geschäfte findet man in größeren Siedlungen, aber auf gewissen Etappen des Wanderwegs gibt es keine Geschäfte;
  • Arztpraxen und Apotheken gibt es in Städten und größeren Siedlungen. Bei Notfällen 112!
  • in den meisten Küstengebieten sind ÖPNV zugänglich (gewöhnlich Bus, seltener Zug), jedoch muss man die Fahrtzeiten vorher klären – in Lettland www.1188.lv/satiksme, in Estland: www.peatus.ee, www.tpilet.ee. In den Städten kann man städtische öffentliche Verkehrsmitel nutzen. Auf die estnischen Inseln kommt man mit Fähren: Kihnu, Vormsi (www.veeteed.com), Saaremaa, Hiiumaa (www.praamid.ee), Osmussaar (www.osmussaarereisd.ee);
  • es gibt GPX-Dateien, die man auf der Webseite www.coastalhiking.eu an jeder Tagesrouten-Karte herunterladen kann.


Dienstleistungen und Infrastruktur

Umweltfreundliches Wandern

  • In Lettland und Estland ist Trinken des Leitungswassers vollkommen unbedenklich. Benutze eine Mehrwegflasche, kaufe Produkte in kleineren Verpackungen und bringe deine Abfälle bestimmt in den nächsten Müllbehälter;
  • ist ein Hund dabei, vergewissere dich, dass das Haustier Vögel und Tiere nicht stört. Halte den Hund immer an der Leine, so ist es für ihn am unbedenklichsten.
  • in Schutzgebieten und Nationalparken beachte interne Vorschriften, in Estland auch das sog. Jedermannsrecht.


Benutzte die Quelle: coastalhiking.eu

Zuletzt aktualisiert: 08.10.2019

Thema: Westestland, Natur & Tierwelt

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