Estlands kreative Küche

Quelle: Renee Altrov, Visit Estonia

Estlands kreative Küche

Überall in Estland kann man ausgezeichnet essen. Die estnischen Köchinnen und Köche sind ambitioniert – und viele sind auch sehr kreativ und wagemutig. Auf den kulinarisch neugierigen Gast warten in zahlreichen Restaurants unbekannte Geschmackserlebnisse und außergewöhnliche Kombinationen. Wir haben einige Tipps gesammelt.


Nicht alles, was die estnischen Küchenchefs so ausprobieren, wird jedem schmecken. Bisweilen sind die Kombinationen ziemlich abenteuerlich – auf die Idee, beispielsweise, Schokolade mit Fisch zu kombinieren, muss man eben auch erstmal kommen. Oder es werden Tiere verarbeitet, deren Verzehr in Deutschland nicht üblich und bisweilen sogar tabu ist (Bären und, ja, auch Robben). Andere Länder, andere Sitten; andere Kulturen, andere Gos und NoGos.

Spannend aber sind die kulinarischen estnischen Experimente allemal. Und wer sich ein bisschen für neue Erfahrungen öffnet, macht vielleicht die eine oder andere ungeahnte Entdeckung.

Die hier gelisteten Restaurants bieten allesamt etwas Besonderes an. Entweder sind es die Zutaten oder die Kombinationen oder es ist die Präsentation. Und allen Restaurants ist gemeinsam, dass sie sich der ersten Regel der estnischen Küchentradition verpflichtet fühlen: Es werden frische und regionale Zutaten in höchster Qualität verarbeitet.


Tallinn

In der Hauptstadt Estlands wimmelt es von Restaurants. Hier findet wirklich jeder etwas, das seinem Geschmack entspricht. Hinsichtlich der Experimentalküche seien insbesondere folgende gastronomischen Betriebe empfohlen:

Im weitläufigen, lichtdurchfluteten Restaurant Juur werden u.a. Ameisen serviert. Das ganz der Kunst verschriebene Restaurant Art Priori macht Desserts aus Moos. Und im mittelalterlichen Olde Hansa in der Altstadt gibt es Bärenfleisch.

Tartu

Die zweitgrößte estnische Stadt Tartu hat in den vergangenen Jahren mächtig aufgeholt, was exquisite Restaurants betrifft. Tartu ist Estlands Kulturhauptstadt und wird im Jahr 2024 auch offizielle europäische Kulturhauptstadt sein. Das geistige Zentrum des Landes, wie Tartu auch genannt wird, verfügt über eine der ältesten Universitäten Nordeuropas und eine lange studentische Tradition. Trotzdem findet sich hier neben wunderbaren Studentenkneipen und hippen Cafés und Bars auch ganz ausgezeichnete Gastronomie. 

Probieren Sie doch mal Blaubeer-Pfannkuchen mit Speck und Honig im gemütlichen Café Krempel! Oder vielleicht etwas mit Schwamm (ja! Schwamm!) im kunstvollen und gediegenen Restaurant Fii. Das Restaurant Umb Roht serviert zum Nachtisch gesalzene Kama-Eiscrème, während das JOP Antonius Café und Restaurant auf Speckeis zum Apple-Crumble setzt.

Auf den Inseln

Wer bereits eine der estnischen Insel besucht hat, weiß: Hier ist alles noch ein bisschen entspannter als auf dem Festland – und dort ist es das Leben ja schon wunderbar entspannt. Es ist auch alles noch ein bisschen traditioneller.. 

Was die Gastronomie betrifft, gibt es in dieser Hinsicht allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Inseln. Im Restaurant Kihnu Küek auf der herrlich traditionellen Insel Kihnu kann man beispielsweise Robbenfleisch probieren. Die Robbenjagd gehört seit Jahrhunderten zur Inselkultur und die Bewohner, die auch heute noch sehr traditionsgebunden leben, haben deshalb vor Jahren eine Ausnahmegenehmigung vom Jagdverbot erstritten.

Das Restaurant Alexander auf dem gediegenen Gutshof Pädaste (Inse Muhu) setzt auf allerlei Abenteuerliches aus dem Pflanzenreich. Hier kommt z.B. Moos in verschiedenen Variationen auf den Tisch.

Das hauseigene Restaurant des Georg Ots SPA Hotels (GoSPA) auf der Insel Saaremaa ist für seine schmackhafte estnische Küche und seine liebe- und kunstvoll angerichteten Teller bekannt.

Auf Hiiumaa finden sich im Geschäft Kala ja võrk (Fisch und Netz) echte Fischfreaks. Dem Geschäft angeschlossen ist ein kleines Restaurant, das sich – natürlich – auf Fischspezialitäten kapriziert hat. Und hier, Sie müssen jetzt ganz mutig sein, bekommen Sie tatsächlich u.a. Fisch-Schokolade!



In anderen Teilen Estlands

Zwei Tipps haben wir noch. Die gastronomischen Betriebe befinden sich beide in Nordestland und sind unbedingt einen Besuch wert.

Das Restaurant Wicca findet sich im Hestia SPA Hotel in der schönen und idyllischen Bucht von Laulasmaa. Hier sollten Sie die tagesaktuellen Variationen des Ostseeherings probieren. Die Wicca-Küchencrew legt ihn in Wacholder oder in Bier ein und er ist in jedem Fall ein Gedicht. Die Teller hier sind außerdem echte kunstvolle Highlights. Wer es bis dato noch nicht ist, wird nun spätestens zum Food-Porn-Fotografen.

Übrigens: Wenn Sie schon in Laulasmaa sind, nutzen Sie die Gelegenheit und besuchen Sie das wunderbare Arvo Pärt Zentrum!

Der zweite Tipp liegt östlich von Tallinn, im Dorf Neeme auf einer Landzunge. Das Restaurant Ruhe macht seinem Namen alle Ehre – zumindest, wenn man ihn Deutsch auffasst, denn "Ruhe" bezeichnet im Estnischen eigentlich ein kleines Fischerboot. Im "Ruhe" sitzt man jedoch tatsächlich ganz in Ruhe – und zwar direkt am Meer. Man kann die Atmosphäre nicht beschreiben, Sie müssen sie erleben. Das "Ruhe" ist eines der besten Fischrestaurants des Landes; Sie bekommen hier bisweilen Fisch, den es kaum irgendwo sonst gibt.

Wir wünschen einen guten Appetit!



Zuletzt aktualisiert: 10.01.2020

Thema: Tallinn, Südestland, Die Inseln, Nordestland, Essen, Trinken & Nachtleben

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