Vier Wildpflanzen in Estlands Medizin und Küche

Quelle: Danel Rinaldo, Visit Estonia

Vier Wildpflanzen in Estlands Medizin und Küche

Die vier Pflanzen, die wir hier vorstellen, mögen aussehen wie Unkraut. Aber die Esten verwenden sie seit Ewigkeiten als Zutaten in der Küche und in Heilmitteln. Sie wachsen wild am Wegesrand, auf Wiesen und in Wäldern. Auch in Deutschland werden sie seit einige Zeit wiederentdeckt.


Nach dem nordeuropäischen Winter braucht der Körper Vitamine, die diese Pflanzen liefern. Wie bei Pilzen und Beeren sollte man bei der Ernte von Wildpflanzen vorsichtig sein. Man sollte die Pflanzen genau kennen, da einige ungenießbar oder auch giftig sind. Bevor Sie also losziehen, machen Sie sich bitte kundig – zum Beispiel bei einem Workshop auf dem Energie-Bauernhof oder im Klaara-Manni Center.


Die Brennnessel

Die gemeine Brennnessel

Vorsicht: sie brennt, ist aber sehr gesund!

Foto: Arpent Nourricier, Flickr

Brennnesseln sind die ersten Kräuter, die im Frühjahr sprießen. Die estnische Volksmedizin hat sich alle Teile dieser Wunderpflanze zunutze gemacht. Brennnesseln enthalten Kalzium, Kalium, Eisen und Vitamin C, sie regen die Blutbildung an, lindern Entzündungen und vertreiben die Frühjahrsmüdigkeit.

Vor langer Zeit glaubte man in Estland daran, dass diese Nesseln auch vor Geistern schützen. Es gab ein Ritual, bei dem sie ins Feuer geworfen wurden, zum Schutz von Haus und Hof. Außerdem wurden sie auch dem Badewasser beigefügt, um den menschlichen Geist zu reinigen.


Der Bärlauch

Bärlauch ...

... wird aufgrund seines markanten Geruchs auch als „wilder Knoblauch" bezeichnet.

Foto: Adrian Pingstone, Wikimedia Commons, public domain


Bärlauch erscheint meist in der zweiten Aprilhälfte auf der Bildfläche. In frisch geerntetem Zustand enthält er etwa zwanzigmal mehr Vitamin C als eine Zitrone. Der starke, an Knoblauch erinnernde Geschmack passt gut in Salaten und Suppen. Man kann Bärlauch zu einem Pesto verarbeiten, aber auch einfach auf ein Butterbrot legen. Er wirkt antibakteriell und regt die Verdauung an. Wild wachsender Bärlauch ist in Estland geschützt, daher sollten Sie ihn besser auf dem Markt kaufen, denn die Verkäufer dort züchten ihn in ihren Gärten.


Der Giersch

Gewöhnlicher Giersch

Wildkräuter haben die Esten während diverser Hungersnöte in der Region schätzen gelernt.

Foto: Cbaile19, Wikimedia Commons, public domain 


Im heimischen Garten gilt Giersch als sich rasant verbreitendes, hartnäckiges und daher rigoros zu vernichtendes Unkraut. Aber er kann so einiges; vielleicht sollte man ihm einen kleinen Teil des Gartens reservieren? Seit Jahrhunderten wird Giersch in der Volksmedizin zur Schmerzlinderung bei rheumatischen Erkrankungen verwendet. Außerdem schmeckt er als Wildkraut einzigartig lecker. Manche machen daraus sogar Marmelade!


Die Schlüsselblume

Die Schlüsselblume hat viele Namen

Esten kennen über 200, zum Beispiel: kanavarvas, kikaspüks, kikkahain, kukekäekaats, kuldvõti, kulupüks, kurekaats, käolill, neiulill, piimapisar, pääsulill, saksapüksid, taevasilm, taevavõti, võipäts

Foto: Ainali, Wikimedia Commons, License


Die Schlüsselblume blüht im Mai und Juni und ist eine wahre Vitaminbombe. Sie liefert beträchtliche Mengen der Vitamine C, A, E und P. Die Pflanze wird auch als Heilmittel gegen Schlaflosigkeit, Migräne und Pilzinfektionen verwendet. Genießen Sie die Schlüsselblume als Tee oder fügen Sie die gelben Blüten zu frischen Salaten hinzu!


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Zuletzt aktualisiert: 16.03.2022

Thema: Gesundheit & Wohlbefinden, Natur & Tierwelt, Essen, Trinken & Nachtleben

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